EU und Indien: Neue Sicherheitskooperation trotz geopolitischer Spannungen
Im Zuge der zunehmenden geopolitischen Spannungen haben sich die Europäische Union und Indien auf eine engere Zusammenarbeit im Sicherheitssektor verständigt. Auf ihrem 16. Gipfeltreffen in Neu-Delhi vereinbarten beide Seiten eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, die parallel zur Bekanntgabe des Abschlusses der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen dokumentiert wurde.
Diese neue Partnerschaft eröffnet die Möglichkeit, im Bereich maritime Sicherheit, Terrorbekämpfung und Cyberabwehr gemeinsam Initiativen zu entwickeln. Indiens Premierminister Narendra Modi betonte die aktuelle Unsicherheit der Weltordnung und äußerte seine Hoffnung, dass die Zusammenarbeit mit der EU zu einer größeren Stabilität im internationalen System führen werde.
Der Austausch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa umfasste Themen wie die Lage in der Ukraine, Westasien und im indopazifischen Raum, ohne jedoch ins Detail zu gehen. In Europa wird besonders die Beziehung Indiens zu Russland kritisch betrachtet, insbesondere angesichts der Öl- und Gasimporte, die den russischen Angriff auf die Ukraine finanzieren könnten.
Laut der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas signalisiert die Verteidigungspartnerschaft mit Indien den Beginn einer neuen Phase in den bilateralen Beziehungen. 'Die Sicherheit steht nun im Mittelpunkt unserer Beziehung', erklärte sie und unterstrich damit den gestärkten Fokus auf sicherheitspolitische Zusammenarbeit.

