EU kippt Veggie-Bezeichnungen? Pflanzliche Alternativen im Visier
Die Diskussion um das Verbot von Bezeichnungen wie 'Tofu-Wurst' und 'Veggie-Burger' nimmt im EU-Parlament Fahrt auf. Heute könnten Unterhändler von Parlament und EU-Staaten den Ausschluss solcher Begriffe für pflanzliche Produkte beschließen. Initiiert von der EVP-Fraktion, inklusive CDU und CSU, beabsichtigt man, Verbraucher und Landwirte zu schützen, indem Begriffe wie 'Steak' und 'Schnitzel' nur noch für Fleischprodukte zulässig sind. Die deutsche Haltung, vertreten durch Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU), positioniert sich gegen das Verbot, dennoch ist eine Übereinstimmung auf EU-Ebene nicht ausgeschlossen.
Deutschland wäre von einem solchen Beschluss besonders betroffen, da es als größter europäischer Markt für pflanzliche Alternativen gilt. Unternehmen wie Aldi Süd, Lidl, Burger King und Beyond Meat haben sich bereits gegen das Verbot positioniert, sie warnen vor erheblichen wirtschaftlichen Kosten und zusätzlichem bürokratischem Aufwand. Diese Schritte stünden im Widerspruch zu den EU-Zielsetzungen, die Bürokratie generell abzubauen.
Die öffentliche Meinung ist gespalten: Eine Umfrage zeigt, dass 50 Prozent der Deutschen ein Verbot der umstrittenen Bezeichnungen begrüßen würden, während 28 Prozent dagegen sind und 21 Prozent keine Meinung äußern. Der Verband der Fleischwirtschaft befürwortet das Verbot ebenfalls und pocht auf eine klare Unterscheidung zwischen Fleisch und pflanzlichen Produkten. Nichtsdestotrotz könnten Organisationen wie Foodwatch rechtliche Schritte einleiten, sollte das Verbot durchgesetzt werden, um seine Rechtmäßigkeit zu prüfen.

