Ethereum plant umfassende Überarbeitung der Wallets

Ethereum-Nutzer könnten bald auf neue Weise mit der Blockchain interagieren. Laut Mitbegründer Vitalik Buterin sollen native Smart Accounts, die seit über einem Jahrzehnt in Entwicklung sind, im Rahmen des kommenden Hegota-Upgrades noch in diesem Jahr eingeführt werden.
Vorteile für Datenschutz-Tools
Für Nutzer, die Wert auf Datenschutz legen, könnte diese Änderung besonders bedeutend sein. Protokolle wie Railgun waren bisher auf Mittelsmänner, sogenannte „öffentliche Rundfunkanstalten“, angewiesen, um Transaktionen durchzuführen. Diese Zwischenhändler waren oft eine Quelle von Problemen für die Nutzer.
Berichten zufolge plant Buterin, diese Mittelsmänner vollständig zu entfernen, indem er das System durch einen allgemeinen öffentlichen Speicherpool ersetzt. Dadurch soll mehr Kontrolle direkt in die Hände der Nutzer gelegt werden.
Buterin betonte: „Intermediary minimization is a core principle of non-ugly cypherpunk Ethereum — maximize what you can do even if all the world’s infrastructure except the Ethereum chain itself goes down.“ Dies zeigt, wie ernst das Ethereum-Team die Selbstständigkeit auf Protokollebene nimmt.
Ein Jahrzehnt in der Entwicklung
Buterin räumte ein, dass der Weg bis hierher lang war. Account-Abstraktion wird bereits seit 2016 diskutiert. Mit der Integration von EIP-8141 in den Hegota-Fork soll nun jedes Problem gelöst werden, das das Konzept ursprünglich beheben sollte.
Die öffentliche Roadmap der Ethereum Foundation, genannt „Strawmap“, sieht die native Account-Abstraktion für die zweite Hälfte des Jahres 2026 vor.
Der technische Ansatz, den Buterin vorschlägt, basiert auf sogenannten „Frame-Transaktionen“. Anstatt dass eine Transaktion eine einzelne Aktion ist, wird sie zu einer Reihe von Frames. Jeder Frame kann auf die Daten eines anderen verweisen und einen Absender oder einen Gaszahler autorisieren. Ein Frame übernimmt die Signaturprüfung, ein anderer die Ausführung. Das Design ist modular und soll vielseitig einsetzbar sein.
Dies bedeutet auch, dass es möglich wird, Transaktionsgebühren zu zahlen, ohne ETH zu besitzen. Nutzer könnten in anderen Tokens über einen Paymaster-Vertrag oder eine spezialisierte Börse zahlen, die ETH direkt bereitstellt — ohne Drittanbieter.
Auch Quantenresistenz im Fokus
Das Hegota-Upgrade beschränkt sich nicht nur auf Smart Accounts. Buterin hat kürzlich auch eine separate Roadmap zur Quantenresistenz vorgestellt, die vier Bereiche von Interesse identifiziert: Validator-Signaturen, Datenspeicherung, Benutzerkontosignaturen und Zero-Knowledge-Proofs.
Bestehende Konten sollen in das neue Framework integriert werden, ohne zurückgelassen zu werden, und dabei Zugang zu Batch-Operationen und Transaktionssponsoring erhalten.
Nach 10 Jahren der Versprechungen scheinen sich die Puzzleteile nun endlich zusammenzufügen.

