Marathon startet durch und Bungie verspricht: Kein Pay-to-Win, keine ablaufenden Pässe
Bungie hat mit Marathon einen Extraction-Shooter im Gepäck, der von Anfang an für Gesprächsstoff sorgt. Doch während viele noch über das Gameplay diskutieren, wirft das Monetarisierungsmodell längst seine eigenen Fragen auf. Was steckt hinter den Belohnungspässen, was kann man kaufen – und vor allem: Was bleibt dem Geldbeutel erspart? Die Antworten sind überraschend ermutigend.
Das Belohnungssystem: Währungen, Pässe und Fraktionen
Marathon dreht sich im Kern darum, auf dem Planeten Tau Ceti IV Beute zu sammeln, Kontrakte der sechs Fraktionen zu erfüllen und das Geheimnis dieser rätselhaften Welt Schicht für Schicht zu enthüllen. Den saisonalen Rahmen bilden die sogenannten Rewards Passes – und die haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber vergleichbaren Systemen vieler Konkurrenten: Sie verfallen nicht. Wer eine Saison verpasst, kann den entsprechenden Pass auch nachträglich noch erwerben und sämtliche Inhalte freischalten. Das ist eine Ansage, die in einer Branche, in der zeitlich befristete Inhalte zum guten Ton gehören, durchaus als Ausnahme gilt – und positiv auffällt.
SILK, LUX und die klare Trennung von Können und Kaufkraft
Das System arbeitet mit zwei Währungen, die strikt voneinander getrennt sind. SILK ist die Spielwährung schlechthin: Sie lässt sich ausschließlich durch aktives Spielen verdienen und wird genutzt, um Inhalte der Rewards Passes freizuschalten. Wer die Deluxe Edition besitzt, bekommt einen kleinen Vorrat obendrauf, aber kaufen lässt sie sich nicht separat. LUX hingegen ist die Premiumwährung – und sie ist konsequent auf kosmetische Gegenstände beschränkt. Kein Vorteil im Gefecht, keine stärkere Ausrüstung, keine kürzeren Ladezeiten. Bungie betont ausdrücklich, dass es in Marathon kein „Pay for Power“ geben wird. Wer Geld ausgibt, bekommt ein anderes Aussehen, nicht eine bessere Ausgangslage.
Premium Pass und Codex – Kosmetik für jeden Geschmack
Neben dem regulären Rewards Pass gibt es einen Premium Pass, der ebenfalls ausschließlich kosmetische Inhalte bereithält. Wer auch dafür kein Geld ausgeben möchte, findet im sogenannten Codex eine weitere Quelle für freischaltbare Looks – rein durch Spielfortschritt. Ob der Rewards Pass ähnlich funktioniert wie etwa die Kriegsanleihen aus Helldivers 2, bei denen man die Premiumwährung durch reguläres Spielen farmen und neue Inhalte so komplett kostenfrei erwerben kann, hat Bungie bislang nicht abschließend kommuniziert. Das bleibt vorerst eine offene Frage, die sich im laufenden Betrieb beantworten wird.
Release auf PS5, Xbox und PC
Marathon ist ab sofort für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC verfügbar, Vorabdownloads waren bereits im Vorfeld möglich. Die erste Saison trägt den Titel „Death Is Only the First Step“ – ein Name, der sowohl als spielerische Ansage als auch als dezenter Kommentar zum Extraction-Genre verstanden werden darf, in dem der Tod tatsächlich nur der Anfang eines neuen Anlaufs ist. Ob Bungie mit Marathon langfristig in der Oberliga der Extraction-Shooter mitspielen kann, wird sich zeigen – das Fundament, was das Monetarisierungsmodell betrifft, wirkt jedenfalls solide und fair gedacht.


