Erneute Eskalation: Russland greift Energieinfrastruktur der Ukraine an
Russlands aggressive Militärstrategie hat in der zentralukrainischen Region Poltawa erneut zu Schäden an der Energieinfrastruktur geführt. Nach Angaben der lokalen Militärverwaltung wurden durch nächtliche Drohnen- und Raketenangriffe gezielt Einrichtungen im Kreis Krementschuk getroffen. Wolodymyr Kohut, der Militärgouverneur von Poltawa, berichtete über direkte Treffer und Trümmerabstürze sowohl auf Infrastrukturobjekte als auch auf freiem Gelände. Mindestens eine Person wurde verletzt, über das gesamte Schadensausmaß liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor.
Medienberichte deuten auf etwa 50 Explosionen hin, die in der bedeutenden Industriestadt zu vernehmen waren. Das Onlineportal Strana.ua veröffentlichte visuelles Material, welches die Angriffe dokumentieren soll – Rauch- und Flammenbilder inklusive. Ein weiteres Mal traf es offenbar die Raffinerie der Region, die bereits in der Vergangenheit zum Ziel geworden war.
Die ukrainische Flugabwehr meldet den Einsatz von insgesamt 272 Drohnen und Imitaten durch Russland, von denen 252 erfolgreich durch elektronische Störtechnik abgefangen oder abgeschossen wurden. Auch konnten vier Marschflugkörper und eine Hyperschallrakete unschädlich gemacht werden. Die Angaben bleiben dennoch unbestätigt und lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Nächtliche Attacken sind seit Beginn der russischen Invasion unter Präsident Wladimir Putin vor über drei Jahren ein beständiger Bestandteil der kriegsgeplagten Realität in der Ukraine. Ein im Februar auf Initiative von US-Präsident Donald Trump ausgehandeltes, temporäres Abkommen zur Schonung von Energieeinrichtungen ist inzwischen ausgelaufen, da es beidseitig immer wieder zu Vorwurf des Bruches gekommen ist. Die Aussichten auf Frieden im Konfliktgebiet bleiben weiterhin düster.

