Erfolgreicher Jungfernflug der Ariane 6 in Maximalkonfiguration
Die europäische Trägerrakete Ariane 6 hat in ihrer leistungsstärksten Variante mit vier Feststoff-Boostern erstmals erfolgreich das All erreicht. Vom Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, gestartet, transportierte sie 32 Satelliten für den Technologie-Giganten Amazon in eine Umlaufbahn von zirka 465 Kilometern Höhe. Die europäische Raumfahrtagentur Arianespace meldet einen reibungslosen Flugverlauf. Die Bedeutung der Ariane 6 für Europas Autarkie im Weltall ist immens, da sie in der Lage ist, größere Satelliten eigenständig ins All zu befördern.
Die Ariane 6, konzipiert als Nachfolgerin der Ariane 5, die von 1996 bis 2023 im Einsatz war, wurde erstmals im Sommer 2024 abgeschossen. Die Rakete soll Kosten reduzieren und sowohl kommerzielle als auch öffentliche Aufträge bedienen. Ihre Modularität erlaubt eine Ausstattung mit zwei oder vier Boostern. Erstmals in voller Auslastung, verdoppelt sich damit die mögliche Transportlast.
Mit einer Kapazität von bis zu 11,5 Tonnen in höhere und 21,6 Tonnen in niedrigere Umlaufbahnen ist die Ariane 6 vielseitig einsetzbar. Ihre Oberstufe, die mehrfach gezündet werden kann, bietet die Fähigkeit, Satelliten an variablen Positionen zu stationieren.
Der Bau der Ariane 6 ist ein multinationales Projekt unter Beteiligung von über einem Dutzend Ländern. Dabei spielt Deutschland eine zentrale Rolle: Die Oberstufe wurde in Bremen gefertigt, während Komponenten aus Augsburg und Ottobrunn stammen. Das Vinci-Triebwerk durchlief Tests in Lampoldshausen. Mit einem Beitrag von etwa 20 Prozent der rund vier Milliarden Euro Gesamtkosten ist Deutschland nach Frankreich der bedeutendste Unterstützer unter den ESA-Mitgliedsstaaten.

