Kriminalität

Epstein-Akten: Trump wütend über Kritik aus eigenem Lager

16. Juli 2025, 20:30 Uhr · Quelle: dpa
US-Präsident Trump
Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Not amused: US-Präsident Trump.
Der Fall Jeffrey Epstein erzeugt Spannungen in der Republikanischen Partei. Trump gerät unter Druck, da viele seiner Anhänger die Veröffentlichung der Akten fordern.

Washington/New York (dpa) - US-Präsident Donald Trump sieht sich im Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein mit seltener Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert - und ist wütend. In einem Post auf seiner Plattform «Truth Social» sprach Trump von einem «Schwindel» der Demokraten, dem seine «ehemaligen» Unterstützer aus der sogenannten Maga-Koalition («Make America Great Again») aufgesessen seien. 

«Lasst diese Schwächlinge weitermachen und die Arbeit der Demokraten erledigen, denkt nicht einmal daran, von unserem unglaublichen und beispiellosen Erfolg zu sprechen, denn ich will ihre Unterstützung nicht mehr!», schrieb Trump. «Einige dumme Republikaner» seien den Demokraten auf den Leim gegangen, kritisierte Trump anschließend auch im Weißen Haus. Er behauptete, dass bestimmte seiner Parteikollegen «einem Drehbuch der Demokraten» folgten. 

Zuvor hatte sich unter anderem der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, für eine Veröffentlichung der Unterlagen zum Fall Epstein ausgesprochen - und sich damit öffentlich gegen die US-Regierung gestellt. «Es ist ein sehr heikles Thema, aber wir sollten alles offenlegen und die Menschen entscheiden lassen», sagte Mike Johnson, der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, in einem Podcast am Dienstagabend (Ortszeit). Viele Trump-Fans werfen unterdessen die Frage auf, ob der Präsident in der Sache etwas zu verbergen hat. 

Warum der Fall für Diskussionen sorgt

Die Akten zu dem Fall zu veröffentlichen, war eines von Trumps Wahlversprechen. Die Verhaftung Epsteins, der über viele Jahre systematisch Minderjährige missbraucht hatte, sorgte in den USA und weltweit für Aufsehen. 2019 beging er mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle nach offiziellen Angaben Suizid. In Teilen der US-Gesellschaft sorgte Epsteins Tod für wilde Spekulationen, weil er beste Kontakte in die amerikanische High Society hatte. Präsidenten und Milliardäre gingen bei ihm ein und aus – auch Donald Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Party-Videos der beiden belegen.

Der Fall war perfektes Futter für Verschwörungstheoretiker: Viele verhasste – und oft als liberal wahrgenommene – Eliten hielten sich im Dunstkreis eines tief gefallenen Sexualverbrechers auf, der plötzlich unter dubiosen Umständen stirbt. Für viele Zweifler lag der Schluss nahe, dass Epstein getötet wurde, um die Taten Dritter zu verschleiern. Auch die vom Präsidenten eingesetzten neuen FBI-Direktoren Kash Patel und sein Vize Dan Bongino äußerten sich vor ihrer Berufung ähnlich.

Wie die Regierung mit dem Fall umgeht

Inzwischen wollen Patel, Bongino und US-Justizministerin Pam Bondi allerdings nichts mehr von ihren Versprechen wissen, die Ermittlungsakten und Informationen zu möglicherweise beteiligten Personen zu veröffentlichen. Anfang vergangener Woche teilte das FBI mit, keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Prominenter gefunden zu haben. Auch handele es sich bei Epsteins Tod klar um Suizid. Eine sagenumwobene Kundenliste des ehemaligen Multimillionärs mit den Namen von US-Eliten gibt es demnach nicht. 

In der US-Öffentlichkeit sorgte das für Stirnrunzeln. Denn noch im Februar hatte Bondi in einem TV-Interview auf die eindeutige Frage, ob eine Epstein-Kundenliste wirklich veröffentlicht werden könnte, mit «sie liegt gerade zur Prüfung auf meinem Schreibtisch» geantwortet. Das Weiße Haus erklärte das mit einem Missverständnis: Bondi habe gemeint, dass ihr die Ermittlungsakten vorlägen.

Die Justizministerin weigerte sich auf einer Pressekonferenz am Dienstag, Fragen zu dem Thema zu beantworten und verwies auf ein bereits veröffentlichtes Memo. Demnach sollen keine weiteren Unterlagen zum Fall Epstein veröffentlicht werden. Johnson forderte Bondi nun auf, die Angelegenheit «allen zu erklären». 

Trump stellte sich dagegen auch am Mittwoch hinter seine Ministerin: Bondi würde ihre Sache sehr gut machen, betonte er. «Sie sagt, ich habe Ihnen alle glaubwürdigen Informationen gegeben, und wenn sie weitere glaubwürdige Informationen findet, wird sie auch diese geben», sagte Trump. «Ich meine, ganz ehrlich, was kann sie noch tun?» Alle glaubwürdigen Dokumente könne sie veröffentlichen, erklärte der Republikaner. 

Auch Musk kritisierte Trumps Umgang mit dem Fall

Ob solche Aussagen seine Anhänger beschwichtigen, lässt sich bezweifeln: Vor allem Unterstützer aus dem Umfeld der sogenannten Maga-Bewegung fordern die Herausgabe der unter Verschluss gehaltenen Akten und kritisieren das Justizministerium und die Bundespolizei FBI dafür, dass die Dokumente nicht öffentlich zugänglich gemacht werden. 

Trumps ehemaliger enger Berater und nun entfremdeter Multimilliardär Elon Musk schrieb jüngst auf X: «Wie soll man Trump vertrauen, wenn er die Epstein-Akten nicht veröffentlicht?» Musk hatte vor einigen Wochen bereits ohne Belege behauptet, die Unterlagen würden nicht veröffentlicht werden, weil Trumps Name sich in ihnen befinde.

Kriminalität / Justiz / Politik / USA
16.07.2025 · 20:30 Uhr
[5 Kommentare]
Lkw (Archiv)
Wiesbaden - Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im Dezember 2025 gegenüber November 2025 kalender- und saisonbereinigt um 3,2 Prozent gestiegen. Wie das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilten, war dies der höchste Anstieg gegenüber einem Vormonat seit März 2021. Der […] (00)
vor 54 Minuten
Amanda Seyfried
(BANG) - Amanda Seyfrieds erster Kuss vor der Kamera war mit Michael B. Jordan. Die 40-jährige Schauspielerin spielte zusammen mit dem 38-jährigen Michael in ihrer Teenagerzeit in der langjährigen TV-Seifenoper 'All My Children' mit, und Seyfried ist begeistert, dass ihr ehemaliger Co-Star in Hollywood so erfolgreich geworden ist. Sie erzählte dem 'W' Magazine: "Mein erster Kuss vor der Kamera war […] (00)
vor 1 Stunde
JVA
Düsseldorf (dpa) - Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die «Wirtschaftswoche» berichtet. Die AG Kritis, eine […] (00)
vor 11 Stunden
League of Legends startet in die Saison 1 2026 unter dem Banner von Demacia
Das Warten hat ein Ende! Ab sofort öffnet sich der Vorhang für die neueste Ära in League of Legends. Riot Games hat sich nicht lumpen lassen und ein wahres Füllhorn an Neuerungen ausgeschüttet. Mit dem markerschütternden Cinematic, untermalt vom brachialen Track  Salvation  (ft. Forts), wurde der Startschuss für eine Saison gegeben, die sich voll und ganz der weiß-goldenen Pracht Demacias […] (00)
vor 28 Minuten
Disney Channel holt «Liff & Barry» nach Deutschland
Der Disney Channel setzt im Frühjahr auf frische Serienware und bringt neue Staffeln sowie Premieren beliebter Animationsformate ins deutsche Fernsehen. Fans von Phineas und Ferb dürfen sich auf ein echtes Comeback freuen: Ab Montag, den 23. Februar, zeigt der Disney Channel neue Folgen der fünften Staffel als deutsche TV-Premiere. Montags bis freitags um 16.45 Uhr kehren die kultigen Stiefbrüder mit ihren ebenso verrückten wie kreativen […] (00)
vor 1 Stunde
Deutsche Fußball-Fans
Berlin (dpa) - Gut fünf Monate vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft steht fest, wie treue Fans an die verbilligten Eintrittskarten kommen. Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, gehen 70 Prozent der sogenannten 60-Dollar-Tickets an die Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft mit den meisten Bonuspunkten. Die verbleibenden 30 Prozent werden über Fan Club Betreuer und an […] (00)
vor 1 Stunde
Selbstmord auf Raten: Warum deutsche Autoriesen nicht vom Diesel loskommen
Die deutschen Premiumhersteller steuern sehenden Auges in eine Sackgasse. Während der Dieselmotor in Europa politisch und gesellschaftlich längst beerdigt wurde, feiern Mercedes-Benz, BMW und Audi ein absurdes Revival des Selbstzünders. Zehn Jahre nach dem Dieselskandal, der das Vertrauen in die Technologie nachhaltig zertrümmert hat, erzählen die Verkaufszahlen eine verstörende Geschichte: Die […] (00)
vor 28 Minuten
Flottenmanagement 2026: Welche Trends erwartet Telematik-Spezialist Webfleet?
Leipzig, 09.01.2026 (PresseBox) - Steigende Kosten, Margendruck und neue Vorschriften prägen 2026 das Flottenmanagement. Digitale Transparenz, vorausschauende Wartung und integrierte Systeme gelten für den Telematik-Spezialisten Webfleet als entscheidende Schlüssel, um Fahrzeuge effizient und wirtschaftlich zu betreiben. Die Flottenbranche in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht 2026 unter Druck. Hohe Betriebskosten, wachsende […] (00)
vor 1 Stunde
 
Ukraine-Krieg - Krywyj Rih
Kiew/Lwiw (dpa) - Ungeachtet laufender Friedensbemühungen hat Russland eine schwere […] (00)
Josef Schuster (Archiv)
Berlin - Der Zentralrat der Juden fordert, mit den Mitteln des Strafrechts stärker gegen […] (00)
Autoproduktion (Archiv)
Wiesbaden - Die preisbereinigte Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen […] (00)
Katholischer Pfarrer in einer Messe (Archiv)
Berlin - Linken-Chef Jan van Aken ist nach eigener Aussage vom christlichen Gebot der […] (00)
Switch 2-Verkäufe schwächer zu Weihnachten: USA, Europa und Japan im Vergleich
Weihnachten ist für Konsolen das, was ein Bosskampf für ein Rollenspiel ist: Hier zeigt sich, […] (00)
CES zeigt Machtverschiebung bei selbstfahrenden Autos
Autonomes Fahren im echten Stadtverkehr San Francisco gilt als Härtetest für […] (00)
HBO ehrt Comedy-Legende: «Mel Brooks: The 99 Year Old Man!» startet im Januar
Mit einer aufwendig produzierten zweiteiligen Dokumentation widmet sich HBO einer der prägendsten Figuren […] (00)
Biathlon Weltcup in Oberhof
Oberhof (dpa) - Tommaso Giacomel reckte den rechten Arm mit dem Trauerflor nach oben und […] (01)
 
 
Suchbegriff