MrBeast feuert Mitarbeiter nach Insider-Wetten-Skandal auf Kalshi
MrBeast, bürgerlich Jimmy Donaldson, ist nicht nur der erfolgreichste YouTuber aller Zeiten, sondern auch Kopf hinter Beast Games – der aufwendigen Realityshow auf Amazon Prime, in der tausend Teilnehmer um rund 4,6 Millionen Euro kämpfen. Nun sorgt ein ehemaliger Mitarbeiter für Schlagzeilen, die das Imperium in einem deutlich ungünstigeren Licht erscheinen lassen. Die Enthüllung ist pikant, und die Konsequenzen für den Betroffenen sind erheblich.
Insider-Wetten auf der Plattform Kalshi
Der visuelle Effektkünstler Artem Kaptur, der von 2023 bis 2025 für MrBeasts YouTube-Kanal sowie für Beast Games tätig war, wurde von der Wettplattform Kalshi im Rahmen einer groß angelegten Untersuchung von rund 200 Nutzern als Regelverletzer identifiziert. Kalshi erlaubt es Nutzern, auf nahezu alles zu wetten – von politischen Ereignissen bis hin zu den Aktivitäten bekannter Persönlichkeiten. Kaptur soll insgesamt rund 3.700 Euro auf MrBeast-bezogene Ereignisse gesetzt haben, was ihm aufgrund seines Insiderwissens über die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens ausdrücklich verboten war. Besonders auffällig: Er hatte eine nahezu makellose Trefferquote bei Wetten mit eigentlich niedrigen Erfolgschancen – genau das machte ihn für die Plattform verdächtig. Die Konsequenz war eine Geldstrafe von rund 18.400 Euro sowie ein zweijähriges Wettverbot auf Kalshi. Wie viel Kaptur insgesamt gewonnen hat, ist nicht bekannt.
Beast Industries reagiert schnell und unmissverständlich
Nach einer einwöchigen Suspendierung wurde Kaptur von Beast Industries entlassen. Die übrigen Mitarbeiter wurden per E-Mail über seine Kündigung informiert. Noch vor dem endgültigen Rauswurf ließ ein Sprecher des Unternehmens verlauten, man habe „keinerlei Toleranz für dieses Verhalten, weder von Teilnehmern noch von eigenen Mitarbeitern“ – und leitete parallel zur internen Untersuchung von Kalshi eine eigene Prüfung ein. Die Reaktion von Beast Industries war zügig und unmissverständlich. Das ist durchaus bemerkenswert für ein Unternehmen, das in jüngster Vergangenheit mit mehreren Kontroversen konfrontiert war und dessen öffentliches Image empfindlich auf solche Vorfälle reagiert.
Ein Skandal reiht sich ein – MrBeast unter Dauerdruck
Kaptur ist nicht der erste Problempunkt im MrBeast-Universum. Die Liste der Kontroversen rund um Beast Industries hat sich in den vergangenen Monaten merklich verlängert: Ein ehemaliges Teammitglied trat nach nicht bestätigten Vorwürfen zurück, eine interne Untersuchung fand jedoch keine belastbaren Belege. Donaldson selbst sah sich mexikanischen Behörden gegenüber mit dem Vorwurf konfrontiert, gesperrte Bereiche des Chichén-Itzá-Komplexes betreten zu haben. Frühere Mitarbeiter schilderten zudem eine Arbeitsatmosphäre, die von verbalem Druck, überzogenen Erwartungen und mangelnder Anerkennung geprägt gewesen sein soll – Vorwürfe, die Donaldson zurückwies. Das Bild eines karitativ engagierten Internet-Milliardärs, der mit seiner Beast-Philanthropy-Organisation weltweit Gutes tut, bekommt so immer mehr Risse. Seit Juni 2024 offiziell Milliardär, hat MrBeast mit 26 Jahren eine der schwindelerregendsten Karrieren der Unterhaltungsbranche hingelegt – doch mit wachsender Größe wächst auch die Fallhöhe.
Vorhersagewetten – ein wachsendes Problem
Der Fall Kaptur steht stellvertretend für eine breitere Entwicklung: Vorhersagewetten sind auf dem Vormarsch, und die rechtlichen sowie ethischen Grenzen dieser Praxis sind noch längst nicht ausgelotet. Selbst im Spielebereich taucht das Modell auf – Roblox-Chef David Baszucki kündigte an, eine Integration von Wettmechaniken in die Plattform zu prüfen, bei der Nutzer die Spielwährung Robux einsetzen könnten. Bis zur tatsächlichen Umsetzung stehen allerdings erhebliche rechtliche Hürden im Weg. Für Kaptur kam die Regulierung jedenfalls zu spät – oder vielmehr genau rechtzeitig.

