ETFs und Unternehmensschätze ziehen Millionen von BTC von Börsen ab

Die Bitcoin-Reserven auf zentralisierten Börsen sind auf ein Niveau gesunken, das zuletzt 2019 beobachtet wurde. Daten des Krypto-Marktanalysten Dark Fost zeigen, dass die Reserven seit 2022 stetig abnehmen.
Dieser Trend hat sich nach dem Zusammenbruch der FTX-Börse beschleunigt.
Migration des Bitcoin-Angebots
Im November 2022 wurden allein mehr als 325.000 BTC von den Börsen abgezogen, da Investoren ihre Vermögenswerte von zentralisierten Plattformen entfernten. Aufgrund dieses anhaltenden Abflusses sind die gesamten BTC-Reserven auf für Privatanleger zugänglichen Börsen auf etwa 2,7 Millionen BTC gesunken.
Unter diesen Plattformen hält Binance allein etwa 20% der verbleibenden Reserven. Betrachtet man Plattformen, die hauptsächlich von professionellen Investoren genutzt werden, liegt Coinbase Advanced an erster Stelle mit fast 800.000 BTC. Diese Zahl liegt jedoch immer noch etwa 200.000 BTC unter dem Stand von Juli 2025.
Dark Fost erklärte, dass neben dem FTX-Zusammenbruch zwei weitere Entwicklungen zur Reduzierung der Börsenbestände beigetragen haben. Die erste ist die Einführung von Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024. Zum Zeitpunkt ihrer Einführung lagen die Börsenreserven noch über 3,2 Millionen BTC. Seitdem haben ETFs rund 1,3 Millionen BTC angesammelt, was etwa 6,7% des gesamten Bitcoin-Angebots entspricht und diese Menge effektiv aus der Börsenliquidität entfernt.
Der zweite Faktor ist das Wachstum von Unternehmen, die digitale Vermögenswerte als Reserve halten. Diese Firmen kontrollieren nun etwa 1,1 Millionen BTC, was fast 5% des gesamten Angebots ausmacht. Sowohl ETF-Bestände als auch Unternehmensschätze stellen einen wachsenden Anteil des Bitcoin-Angebots dar, das in strukturierten Finanzvehikeln gehalten wird.
“Over the long term, this transformation could play an important role in market liquidity and price formation, even if these structural effects always take time to fully materialize.”
Geopolitische Spannungen stoppen Ausbruch
Vor dem Hintergrund dieser sich ändernden Angebotsmuster geriet Bitcoin in der zweiten Märzwoche unter Druck, da die Märkte weiterhin auf die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten fokussiert waren. Die Kryptowährung scheiterte kürzlich an einem Ausbruchsversuch über $70.000, da der anhaltende Konflikt zwischen den USA und Iran zur allgemeinen Marktunsicherheit beitrug. Trotz des Rückschlags sagte der Krypto-Händler und Analyst Michaël van de Poppe, dass die aktuelle Kursentwicklung von BTC kein Worst-Case-Szenario darstellt.
In seinem neuesten Beitrag auf X bemerkte der Händler, dass Bitcoin weiterhin innerhalb einer Spanne handelt, die Leistung jedoch angesichts der aktuellen Marktbedingungen als relativ stark bezeichnet werden kann. Ihm zufolge stiegen die Ölpreise am Montag um etwa 15% auf ihre höchsten Niveaus seit 2022, während Gold und Rohstoffe zurückgingen und der Nasdaq erheblich fiel. Van de Poppe fügte hinzu, dass Bitcoin an Schwung gewinnen könnte, wenn der US-Aktienmarkt höher öffnet und die Ölpreise zu korrigieren beginnen, was einen erneuten Anstieg in Richtung $70.000 ermöglichen könnte.

