Entscheidende Phase in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder befinden sich auf der Zielgeraden, mit der Hoffnung, am Freitag eine Einigung zu erzielen. Bei Bedarf könnten die Gespräche jedoch bis Samstag verlängert werden, wie aus gut informierten Kreisen zu vernehmen war.
Seit Mittwoch ringen die Gewerkschaften Verdi und der Beamtenbund dbb in Potsdam in der dritten Verhandlungsrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Im Raum steht eine mögliche Einkommenssteigerung von fünf Prozent für die rund 900.000 Beschäftigten der Länder. Diese Angebote wurden jedoch von den Gewerkschaften aufgrund der langen angedachten Laufzeiten zurückgewiesen.
Stattdessen fordern sie eine Gehaltsanpassung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, und das bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Ergebnis der Verhandlungen soll bundesweit Anwendung finden, mit Ausnahme von Hessen, wo gesonderte Verhandlungen stattfinden.
Eine Übertragung des Ergebnisses wird zudem für mehr als 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten angestrebt. Sollten die Parteien in der dritten Runde in Potsdam nicht zu einem Konsens kommen, stehen eine vierte Verhandlungsrunde oder sogar ein möglicher Abbruch mit Urabstimmung und anschließenden Streiks im Raum. Allerdings wird dies nicht ernsthaft erwartet. Eine Schlichtung sieht das Prozedere bei den Ländern nicht vor.

