Entlassungswelle bei Porsche: Batterietochter Cellforce steht vor drastischen Einschnitten
Der Sportwagenhersteller Porsche plant laut Angaben der Gewerkschaft IG Metall bedeutende Entlassungen in seiner Tochterfirma Cellforce. Rund 200 der 280 Mitarbeiter sollen betroffen sein – eine Nachricht, die während einer Betriebsversammlung bekannt gemacht wurde und bei den Beschäftigten für Unmut sorgt. Es wird erwartet, dass die Kündigungsschreiben noch in dieser Woche verschickt werden.
Cellforce, ursprünglich zur Führung in der Produktion von Hochleistungsbatteriezellen in Kirchentellinsfurt gegründet, wird sich künftig auf Forschung und Entwicklung konzentrieren. Porsche hatte bereits im April angedeutet, die Batteriefertigung nicht eigenständig fortführen zu wollen. Die Suche nach Investoren verlief erfolglos, und der Personalabbau wird nun unvermeidbar.
Informationen zu möglichen Abfindungen fehlen bislang. Michael Steiner, im Vorstand für Forschung und Entwicklung zuständig, betont die veränderten Rahmenbedingungen im globalen Markt für Elektrofahrzeuge als Ursache für diese Entscheidung. Die geplante Ausweitung der Produktion auf einen weiteren Standort ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr realisierbar.
Dennoch bleibt die Forschung an Hochleistungszellen ein Erfolg bei Cellforce, wie Steiner anmerkt. Porsche hatte vor zwei Jahren den Einstieg in die Batteriezellenfertigung verkündet, unterstützt durch staatliche Fördermittel. Unter Führung von Oliver Blume wollte sich der Sportwagenhersteller damit zum Pionier der Elektromobilität entwickeln.
Die Ankündigungstechnologie stieß jedoch auf eine langsamere Entwicklung der E-Mobilität als erwartet. Medienberichten zufolge belaufen sich die Abschreibungen auf die bislang getätigten Investitionen auf 295 Millionen Euro.

