Engere wirtschaftliche Bande mit Bolivien: Deutschland will Rohstoffpartnerschaft ausbauen
Außenminister Johann Wadephul strebt angesichts der zunehmenden Abhängigkeit Deutschlands von China in der Rohstoffversorgung eine vertiefte Zusammenarbeit mit Bolivien an. „Bolivien verfügt über große Rohstoffvorkommen, insbesondere Lithium, das essenziell für die Energiewende und Elektromobilität in Deutschland ist“, betonte der CDU-Politiker vor seiner bevorstehenden Reise in das ressourcenreiche Land Südamerikas. Lithium, ein Schlüsselmaterial für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien, spielt eine bedeutende Rolle nicht nur in Elektrofahrzeugen, sondern auch in mobilen Elektronikgeräten und erneuerbaren Energien. Mit der ständig steigenden Nachfrage nach diesen Batterien ist es ein erklärtes Ziel der Bundesregierung, die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen zu verringern. Wadephul sieht darüber hinaus beeindruckende Möglichkeiten im Bereich der Seltenen Erden, einem weiteren wichtigen Wirtschaftssektor Boliviens. Sein Ziel ist es, das Potenzial für eine Partnerschaft zwischen den beiden Nationen auszuschöpfen.
In Santa Cruz, Bolivien, plant Wadephul, Gespräche mit dem neu gewählten Präsidenten Rodrigo Paz Pereira und Außenminister Fernando Hugo Aramayo zu führen. Auch Treffen mit Wirtschaftsvertretern stehen auf seiner Agenda. Präsident Paz, der für seine moderaten Reformansätze bekannt ist, hat eine Wahl gewonnen, die das Ende der seit zwei Jahrzehnten andauernden linken Regierungsepoche markiert. Bolivien, das mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft und trotz seiner Größe zu den ärmeren Ländern Südamerikas zählt, könnte von einer Öffnung zur Weltwirtschaft profitieren.
Wadephul sicherte zu, Bolivien auf diesem Weg zu unterstützen und verwies auf die Chancen, die eine Integration in das EU-Mercosur-Abkommen bieten könnte. Dieses Abkommen, über das seit 1999 verhandelt wird, zielt auf den Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren ab und könnte die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Bolivien zusätzlich stärken.

