Berliner Pop-Musikerin

«Einzigartige Stimme»: Anna R. von Rosenstolz gestorben

17. März 2025, 20:51 Uhr · Quelle: dpa
Melancholische Pop-Songs wie «Liebe ist alles» machten Anna R. und ihre Band Rosenstolz berühmt. Nun ist die 55-Jährige, die inzwischen als Solomusikerin arbeitete, unerwartet gestorben.

Berlin (dpa) - Mit der Band Rosenstolz feierte sie einst Erfolge, nun ist die Berliner Musikerin Anna R. tot. Die als Andrea Rosenbaum geborene Sängerin starb plötzlich und unerwartet im Alter von 55 Jahren, wie Angehörige auf Instagram mitteilten. 

Rosenstolz, das war ein Pop-Duo mit sehr vielen Fans. Die Band war in den 1990er und frühen 2000er Jahren aktiv. Neben Anna R. gehörte der Komponist Peter Plate dazu. 

«Ich werde dich jede Sekunde vermissen», teilte Plate mit. «Erst vor zwei Wochen habe ich dir geschrieben, dir zu deinem neuen Job als Poetikdozentin gratuliert – und mich von Herzen mit dir gefreut. Das hättest du großartig gemacht! Überhaupt warst du voller Vorfreude auf alles, was kommen sollte. Vielleicht ist das ein kleiner Trost.»

Komikerin und Moderatorin Hella von Sinnen schrieb auf Facebook: «AnNa! Gute Reise! Deine Stimme wird nie verklingen.» Rosenstolz hatte 1999 mit Hella von Sinnen den Ehe-für-alle-Song «Ja, ich will (Hochzeitssong)» aufgenommen.

Erfolge mit Rosenstolz

Anna R. und Plate waren erst Lieblinge der Subkultur, später eroberten sie den Massenmarkt, gewannen Echos, Gold und Platin. Popschlager-Hymnen wie «Gib mir Sonne» und «Ich bin ich (Wir sind wir)» prägten den Sound der Nuller Jahre. 

Viele denken bei Rosenstolz auch an den melancholischen Hit «Liebe ist alles» aus dem Jahr 2004. Bei den Konzerten sangen Fans vom ersten bis zum letzten Lied mit. Im Publikum tummelte sich der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit. 

Plate: War hingerissen von deiner Art, zu singen

Anna R. wurde 1969 in Ost-Berlin geboren und machte einst eine Ausbildung als Chemielaborantin. Die Geschichte der Band Rosenstolz begann Anfang der 90er Jahre. 

Plate schrieb nun: «Ich werde unseren ersten gemeinsamen Abend niemals vergessen. Wir tranken Schaumwein, du erzähltest mir, du wolltest Jazzsängerin werden, und ich wollte Popmusik machen. Noch in derselben Nacht gingen wir zu mir und nahmen einen Song auf – ich war hingerissen von deiner Stimme, von deiner Art zu singen, von deiner Gabe, jedes unserer Lieder in die schönsten Farben zu hüllen.»

Zwischen 1991 und dem als «Pause» bezeichneten vorläufigen Ende der Zusammenarbeit 2012 spielten Anna R. und der Songwriter Plate zwölf Alben ein. Ihr erfolgreichstes Album «Das große Leben» kam 2006 heraus. 

Gleis 8 und Silly

Nach ihrer Zeit bei Rosenstolz war die Sängerin bei den Bands Gleis 8 und Silly aktiv. Die Band Silly schrieb auf Instagram: «Zutiefst schockiert haben wir vom plötzlichen, unerwarteten Tod unserer Freundin und ehemaligen Gastsängerin Anna R. erfahren.» Sie habe den Silly-Songs mit ihrem ganz eigenen Charme, ihrer großen Sensibilität und ihrer unverwechselbaren Stimme neues und trotzdem reifes Leben eingehaucht.

2023 veröffentlichte Anna R. das Solo-Album «König:in». Noch vor einigen Wochen hatte sie bei Instagram für ihre «Mut zur Liebe»-Tournee geworben, die in diesem Oktober starten sollte. 

Bekannt auch für politisches Engagement

In ihren Liedern ging es oft um Liebe, aber Anna R. war auch politisch aktiv. 2011 bekam sie gemeinsam mit ihrem Band-Kollegen Plate für ihr Engagement gegen Aids das Bundesverdienstkreuz. Auf ihrem Solo-Album singt sie im Track «Meer voller Seelen» über Migranten, die in Booten flüchten. 

In einem Interview sagte sie 2023 dazu: «Ich finde wirklich, dass wir uns alle schämen sollten. Dass es Diskussionen darüber gibt, ob man flüchtenden Menschen auf Booten hilft, sie an Land aufnimmt oder nicht. Dass man sie in überfüllte Lager bringt. Diese Leute sind geflohen, weil sie nicht im Krieg leben wollten. Unglaublich, dass gnadenlos darüber hinweggeblickt wird.»

In dem Interview des Magazins «Coolibri» wurde die Musikerin auch gefragt, ob ihr Vermächtnis als Rosenstolz-Sängerin Druck bei ihr auslöse. «Jein», antwortete sie. «Es waren ja 30 Jahre meines Lebens, davon 20 aktive. Immer mal wieder kommt ein Rosenstolz-Thema vor. Größtenteils waren es auch gute Jahre. Es nervt nur, darauf reduziert zu werden. Ich habe außer Rosenstolz ja schon einiges anderes gemacht.»

«Es gibt Stimmen, die brennen sich ins Gedächtnis»

Anna R. prägte nicht nur den Sound von Rosenstolz mit ihrem unverkennbaren Gesang. «Es gibt Stimmen, die hört man, und die brennen sich ins Gedächtnis, ob man will oder nicht. Anna R. hat eine solche Stimme. Hell, kraftvoll, melancholisch», schrieb das «Süddeutsche Zeitung Magazin» einmal über sie. 

«Das plötzliche, unerwartete Lebensende unserer Freundin und "König:in" schockiert und verwirrt uns zutiefst», hieß es in dem Post auf der Instagram-Seite der Musikerin. 

«Mit ihrer einzigartigen Stimme, ihrer Präsenz und ihren Liedern blieb sie seit der Gründung von Rosenstolz eine konstante Lebensbegleiterin für unzählige Menschen. Sie hatte noch viele Musikpläne, als sie im Alter von 55 Jahren in Berlin verstarb. Möge ihre Botschaft der Empathie und klassenlosen Menschenliebe weite Kreise ziehen.»

Musik / Deutschland / Berlin / Porträt
17.03.2025 · 20:51 Uhr
[15 Kommentare] · [zum Forum]
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