Einwanderung als Rettungsanker für den deutschen Arbeitsmarkt?
Der aktuelle Mikrozensus 2024 legt den Finger in eine Wunde der deutschen Wirtschaft: Den Fachkräftemangel. Dabei zeigt sich ein klarer Trend, der viele Branchen betrifft. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten in Berufen, die unter einem akuten Mangel leiden, hat eine Einwanderungsgeschichte. Die Rolle dieser Arbeitskräfte ist besonders in Berufsfeldern wie der Schweiß- und Verbindungstechnik von Bedeutung, wo sie beeindruckende 60 Prozent der Belegschaft ausmachen. Ähnlich hoch ist ihr Beitrag in der Gastronomie und Lebensmittelherstellung, wo sie 54 Prozent der Köche und Lebensmittelhersteller stellen.
In der gesamten deutschen Erwerbslandschaft haben 26 Prozent der abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. Dies bedeutet, dass sie selbst oder ihre Eltern seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind.
Dennoch gibt es Bereiche, in denen Menschen mit Einwanderungsgeschichte deutlich seltener anzutreffen sind. Im öffentlichen Dienst, einem traditionell schwer erreichbaren Sektor, bilden sie nur einen kleinen Anteil. So machen sie im Rettungsdienst lediglich 8 Prozent aus, in der Justizverwaltung sind es 9 Prozent und in der Landwirtschaft 15 Prozent. Ferner sind sie in Institutionen wie Polizei, öffentlichen Verwaltungen, Schulen und Finanzämtern kaum vertreten.
Auf der anderen Seite zeigt sich in der Gastronomie ein besonders hoher Migrantenanteil von 54 Prozent. Auch in der Gebäudereinigung, Beherbergung, Lagerhaltung und bei Kurierdiensten sind sie in großer Zahl vertreten. Im Altenpflege- und Automobilbausektor, die gemeinsam mehr als zwei Millionen Arbeitskräfte zählen, haben jeweils 32 Prozent der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte, was über dem Durchschnitt liegt.
Insbesondere im öffentlichen Dienst, bei Versicherungen sowie in der Landwirtschaft sind Menschen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert. Im Bildungsbereich sind mit 17 Prozent ebenfalls weniger Migranten tätig als in anderen Branchen.

