Einreise in die USA wird zum Datencheck – Social Media wird Pflichtangabe
Die Änderungen wurden am Dienstag im US-Amtsblatt veröffentlicht und sollen in rund 60 Tagen in Kraft treten – es sei denn, sie werden gerichtlich gestoppt. Betroffen sind alle 42 Länder des Visa Waiver Program, darunter Frankreich, Großbritannien, Australien, Israel, Japan, Südkorea und Deutschland.
Social-Media-Verlauf der letzten fünf Jahre wird Pflicht
Das zentrale Element der Reform: Für den ESTA-Antrag müssen künftig die Social-Media-Aktivitäten der vergangenen fünf Jahre angegeben werden. Die US-Behörden wollen damit Online-Profile besser mit Identitäts- und Sicherheitsprüfungen verknüpfen.
Zusätzlich plant die Regierung weitere Abfragen:
- Telefonnummern der letzten fünf Jahre
- E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre
- Umfangreiche personenbezogene Daten von Familienmitgliedern – inklusive Geburtsdaten, Anschriften und Telefonnummern
Die neuen Regeln sind Teil der migrationspolitischen Verschärfungen unter Präsident Donald Trump, der seit seinem erneuten Amtsantritt im Januar eine härtere Linie verfolgt.
Bedeutung für Reisende – und die WM 2026
Die neuen Anforderungen treffen auch Millionen Touristen und Geschäftsreisende, die regelmäßig visumfrei in die USA fliegen. Für die Fußball-WM 2026, die gemeinsam in den USA, Kanada und Mexiko stattfinden wird, müssen auch Fans und Teams aus Europa den erweiterten Datensatz einreichen.
Hintergrund: ESTA als Schlüssel zum visumfreien Reisen
Wer aus einem Visa-Waiver-Land stammt, kann bis zu 90 Tage ohne Visum in die USA reisen – vorausgesetzt, der ESTA-Antrag wurde online genehmigt. Mit der geplanten Ausweitung der Datenerfassung gewinnen die US-Behörden deutlich tiefere Einblicke in die digitale Identität von Reisenden.
Ob die Neuregelungen vor Gericht Bestand haben, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Schwelle für visumfreies Reisen in die Vereinigten Staaten steigt spürbar.


