Einnahmen seit 1995 um 76 Prozent gestiegen – ÖRR auf Rekordniveau
Einnahmen über zehn Milliarden Euro – Deutschland weltweit an der Spitze
Nach Auswertung der veröffentlichten Jahresabschlüsse beliefen sich die Gesamteinnahmen von ARD, ZDF und Deutschlandradio im Jahr 2024 auf 10,389 Milliarden Euro. Damit liegt das deutsche öffentlich-rechtliche System klar vor vergleichbaren Rundfunkstrukturen anderer Länder.
Von den Gesamterträgen entfielen rund 7,57 Milliarden Euro auf die neun ARD-Landesrundfunkanstalten, 2,54 Milliarden Euro auf das ZDF und 279 Millionen Euro auf Deutschlandradio.
Rundfunkbeitrag bleibt wichtigste Finanzierungsquelle
Mehr als 85 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Rundfunkbeitrag sowie aus Werbung, Sponsoring und sonstigen Erträgen. Der monatliche Beitrag liegt derzeit bei 18,36 Euro pro Haushalt.
Damit bleibt der Rundfunkbeitrag das zentrale Fundament der Finanzierung. Schwankungen bei den Gesamteinnahmen erklären sich vor allem durch Veränderungen bei Beitragseingängen und geringere Zusatzerträge aus Werbung.
Langfristiger Vergleich zeigt starkes Wachstum
Ein Blick auf die Entwicklung seit Mitte der 1990er-Jahre verdeutlicht die Dimension des Anstiegs. 1995 lagen die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender inflationsbereinigt bei rund 5,9 Milliarden Euro. Bis 2024 stiegen sie um etwa 4,5 Milliarden Euro, was einem nominalen Zuwachs von rund 76 Prozent entspricht.
Im gleichen Zeitraum betrug der inflationsbedingte Kaufkraftverlust etwa 40 Prozent. Real ist das System damit weiterhin deutlich gewachsen, wenn auch weniger stark als nominal ausgewiesen.
Einnahmen seit Jahren auf hohem Niveau stabil
Seit 2022 liegen die jährlichen Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks konstant oberhalb der Marke von zehn Milliarden Euro. 2022 wurden 10,03 Milliarden Euro erzielt, 2023 waren es 10,53 Milliarden Euro. Der leichte Rückgang im Jahr 2024 ist vor allem auf geringere Beitragseinnahmen zurückzuführen.
Für die kommenden Jahre rechnen die Sender weiterhin mit stabilen bis steigenden Erträgen. Laut genehmigten Haushaltsplänen erwarten ARD, ZDF und Deutschlandradio für 2026 Einnahmen von rund 10,63 Milliarden Euro.
Finanzielle Stärke trifft auf Reformdebatte
Die hohen Einnahmen fallen in eine Phase intensiver Diskussionen über Auftrag, Struktur und Effizienz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mit dem Reformstaatsvertrag sollen Programme gebündelt, digitale Angebote gestärkt und Doppelstrukturen reduziert werden.
Finanziell bleibt das System jedoch außergewöhnlich gut ausgestattet – nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Vergleich. Die Frage, wie diese Mittel künftig eingesetzt werden, dürfte die medienpolitische Debatte weiter prägen.


