Ein Funken Hoffnung im transatlantischen Handelsstreit
Europas führende Aktienmärkte haben am Dienstag eine positive Wendung erlebt und schlossen nahezu auf ihren Tageshöchstständen. Der Handelstag brachte endgültig die Zweifel in den transatlantischen Zollstreitigkeiten ins Wanken, weckte jedoch gleichzeitig Optimismus.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag nach Handelsschluss in Europa die Frist für die ursprünglich für diesen Mittwoch geplanten US-Zölle auf den 1. August verschoben. Trotz dieser Verschiebung bleibt eine endgültige Lösung unklar, da er auf seiner Plattform Truth Social verlautete, dass "sich an diesem Datum nichts geändert hat und es auch keine Änderungen geben wird." Die Zölle seien unverrückbar zum 1. August 2025 fällig, ohne Aussicht auf Verlängerungen.
Die positive Stimmung spiegelte sich im EuroStoxx 50 wider, der um 0,57 Prozent auf 5.371,95 Punkte zulegte. Auch der Schweizer SMI konnte seine vorherigen Verluste wettmachen und schloss mit einem Plus von 0,13 Prozent bei 11.970,65 Punkten. Der FTSE 100, das Flaggschiff des britischen Aktienmarktes, kletterte um 0,54 Prozent auf 8.854,18 Punkte.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank in Liechtenstein, kommentierte, dass die Trump-Administration scheinbar kein Interesse an einer weiteren Eskalation der Handelsstreitigkeiten habe und mehr Zeit für die Zollvereinbarungen benötige. Die neue Frist werde genutzt, um den Handelspartnern zusätzlichen Druck zu machen.
Der Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets sieht weiterhin die Chance auf eine Verhandlungslösung zwischen Europa und den USA. Trumps bewährte Taktik, erst durch Drohgebärden Druck aufzubauen, um dann Verhandlungsspielraum zu schaffen, finde auch hier Anwendung. Offenbar sei dem US-Präsidenten bewusst, dass der tatsächliche Erlass der Zölle den laufenden Gesprächen mehr schaden als nutzen würde.

