Ein Blick in die Zukunft: Gewinnmargen im Jahr 2026
Nach drei Vierteln des Jahres 2025 richten Marktteilnehmer ihren Blick zunehmend auf das kommende Jahr 2026. Lori Calvasina von RBC Capital Markets betont, dass nun der richtige Zeitpunkt sei, über die Zukunft zu sprechen. Sie prognostiziert, dass der S&P 500 Ende 2026 bei 7.100 Punkten liegen könnte, da die Gewinne pro Aktie (EPS) um etwa 10% auf 297 US-Dollar steigen sollen.
Diese Projektionen basieren auf einer Mischung aus fünf Modellen, die nahezu alle denkbaren makroökonomischen Variablen berücksichtigen. Ein entscheidender Aspekt ist die erwartete Ausweitung der Gewinnmargen, da Unternehmen verstärkt auf Strategien zur Minderung von Zöllen setzen. Dies entspricht auch den Analysen von Morgan Stanley, die eine Zunahme solcher Strategien in den letzten Quartalsberichten beobachteten.
Jedoch sind es nicht nur die Zölle, die die Margen stärken könnten. Weitere Faktoren sind operative Hebelwirkungen, Effizienzsteigerungen durch Künstliche Intelligenz, eine Abflachung der Lohninflation in arbeitsintensiven Sektoren und mögliche Kostensenkungen durch Deregulierung. Während im Jahr 2025 hauptsächlich die großen Technologiefirmen die Margenausweitung trieben, könnte sich dieses Wachstum 2026 über verschiedene Branchen hinweg ausweiten.
Subramanian von BofA erwartet, dass die EPS um etwa 10% auf 298 US-Dollar wachsen und die Nettomargen um 40 Basispunkte auf 13,2% steigen. Sowohl Goldman Sachs als auch andere Experten signalisieren, dass eine kühlere Arbeitsmarktlage als Rückenwind für Unternehmensgewinne dienen könnte, vorausgesetzt, Unternehmen können ihre Preise schneller erhöhen als die Kosten für Materialien und Arbeit steigen. Die Historie zeigt, dass sich amerikanische Unternehmen trotz inflationärer Drucks und steigender Zölle in der Vergangenheit erfolgreich behauptet haben. Die Hoffnung bleibt, dass sich dieser Trend fortsetzen lässt.

