Edelmetallpreise unter Druck: Unsicherheiten rund um die Fed und geopolitische Spannungen bewegen die Märkte
Die jüngsten Preisentwicklungen bei Gold und Silber zeigen einmal mehr, wie engstirnig und volatil die Finanzmärkte auf geopolitische und geldpolitische Nachrichten reagieren. Nachdem beide Edelmetalle in letzter Zeit Rekordhöhen erreicht hatten, mussten sie nun im US-Handel Federn lassen. Im Fokus stehen insbesondere die zukünftigen Maßnahmen der US-Notenbank.
Gold erlebte einen bemerkenswerten Rückgang und fiel auf zeitweise unter 4.700 US-Dollar pro Feinunze, obwohl es derzeit etwa 60 Dollar über dieser Marke handelt. Trotz des Rückschlags glänzt Gold auf Jahressicht immer noch mit einem Gewinn von zehn Prozent.
Silber hingegen sah sich einer noch drastischeren Volatilität ausgesetzt. Nachdem es am Donnerstag ein Rekordhoch von 121,65 Dollar erreicht hatte, sackte der Preis deutlich ab und pendelte sich zuletzt bei über 74 Dollar ein. Der Jahresgewinn schrumpfte dadurch auf vier Prozent.
Der Vorschlag von US-Präsident Donald Trump, den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für Jerome Powell zu ernennen, trägt zur Unruhe an den Märkten bei. Warshs Ruf als "Falke" in der Geldpolitik lässt Zweifel an möglichen Zinssenkungen aufkommen, die Edelmetalle bislang gestützt hatten. Angesichts Warshs jüngster Kritik an hohen Zinsen bleibt jedoch Raum für Spekulationen, wie die künftige Geldpolitik aussehen könnte.
Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen rät jedoch zur Gelassenheit. Sie betont, dass der Wunsch des US-Präsidenten nach niedrigeren Zinsen kaum verschwinden wird und die Fed auf diesen Druck reagieren dürfte. Dies könnte die Unterstützung für den Goldpreis festigen. Die jüngsten Korrekturen könnten lediglich Ausdruck von Gewinnmitnahmen nach raschen Preisanstiegen sein.
Nicht zu unterschätzen sind auch geopolitische Spannungen, die zuletzt für Turbulenzen sorgten. Die Drohung von US-Außenminister Marco Rubio gegenüber dem Iran, militärisch präventiv einzuschreiten, zeigt die Unsicherheit in der Region. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erläuterte unterdessen, dass sein Land sowohl zu Gesprächen als auch zu militärischen Auseinandersetzungen bereit sei.
In der Tradition als sichere Häfen bleiben Edelmetalle besonders in unsicheren Zeiten ein bevorzugtes Investment. Doch während Gold im Krisenszenario glänzt, punktet Silber zudem als essenzielles Metall in aufstrebenden Technologien wie KI, Robotik und erneuerbare Energien.

