Delta Airlines: Unsicherheit durch steigende Kerosinpreise

Delta Airlines unter Druck durch steigende Treibstoffkosten
Die US-Fluggesellschaft Delta Airlines sieht sich aufgrund der dramatischen Erhöhung der Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs gezwungen, auf eine Gewinnprognose für das laufende Jahr zu verzichten. Im aktuellen Zwischenbericht für das erste Quartal 2023 äußerte CEO Ed Bastian die Erwartung, dass die Treibstoffkosten im zweiten Quartal um mehr als zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) ansteigen könnten. Trotz dieser Herausforderungen prognostiziert Delta jedoch einen Vorsteuergewinn von etwa einer Milliarde Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von bis zu 1,50 Dollar, was über den Erwartungen der Analysten liegt, die im Schnitt mit 1,45 Dollar rechneten.
Im frühen US-Handel reagierten die Märkte positiv auf die Nachrichten, und die Delta-Aktie stieg um mehr als acht Prozent. Diese Kursgewinne wurden durch die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran am Persischen Golf begünstigt. Die geopolitischen Spannungen in dieser ölreichen Region haben zu einem signifikanten Anstieg der Kerosinpreise geführt, was die Rentabilität der Fluggesellschaft stark belastet.
Das Management von Delta Airlines betont, dass der jüngste Anstieg der Treibstoffkosten die Gewinnmargen erheblich beeinträchtigt. Im laufenden Quartal wird ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, was auf eine weiterhin starke Nachfrage hindeutet. Um den gestiegenen Kerosinkosten entgegenzuwirken, hat Delta jedoch auch Maßnahmen ergriffen, wie die Reduzierung des Flugangebots.
Im ersten Quartal 2023 gab Delta über 2,7 Milliarden Dollar für Treibstoff aus, was einem Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während der Umsatz um 13 Prozent auf knapp 15,9 Milliarden Dollar stieg, fiel der operative Gewinn um 12 Prozent auf 501 Millionen Dollar. Diese Entwicklung ist vor allem auf die gestiegenen Treibstoff- und Personalkosten zurückzuführen. Zusätzlich belasteten Verluste bei Finanzanlagen das Ergebnis, sodass unterm Strich ein Fehlbetrag von 289 Millionen Dollar verzeichnet wurde, im Vergleich zu einem Gewinn von 240 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen Fluggesellschaften derzeit konfrontiert sind, insbesondere in einem volatilen geopolitischen Umfeld. Für Anleger bleibt es entscheidend, die Entwicklungen in der Branche und die Reaktionen der Unternehmen auf solche externen Schocks genau zu beobachten, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.

