Droht die Krankenhausreform am politischen Widerstand zu scheitern?
Die SPD im Bundestag zeigt sich besorgt darüber, dass die anstehenden Beratungen zwischen Bund und Ländern die zentralen Ziele der Krankenhausreform verwässern könnten. Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, betonte gegenüber der Presse, dass die Reform keinesfalls ein "Wunschkonzert für Klientel-Interessen" sei. Vielmehr handle es sich um einen bedeutenden strukturpolitischen Schritt, der auf mehr Qualität, Entkommerzialisierung und Versorgungssicherheit abziele. Pantazis warnt, dass alle Versuche, diesen Kurs zu verändern, gegen die Interessen der Patientinnen und Patienten gingen.
Mit Blick auf die Forderungen aus den unionsgeführten Ländern äußerte Pantazis deutliche Kritik: Deutschland leiste sich eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit, ohne dafür die beste medizinische Versorgung bieten zu können. Dieses Missverhältnis soll durch die Reform geschlossen werden. Der Gesundheitsexperte sieht erhebliche Einsparpotenziale allein durch eine effizientere Organisation. Er kündigte an, dass ein genaues Augenmerk darauf gerichtet wird, falls versucht werden sollte, politische Rücksichtnahme über gesundheitspolitische und wirtschaftliche Vernunft zu stellen.
Am Donnerstag trifft sich Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit den Ländervertreterinnen und -vertretern in Berlin. Die geplante Reform, die aus der Ampel-Koalition hervorgegangen ist, stößt weiterhin auf Kritik aus den Ländern. Wesentliche Punkte des Koalitionsvertrags beinhalten mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und längere Übergangsfristen bei der Umstrukturierung hin zu einer größeren Spezialisierung der Krankenhausstandorte.

