Drohnenalarm: Angespannte Lage in Moskau und Umgebung
In den letzten Tagen hat die Ukraine mit einer bemerkenswerten Anzahl an Kampfdrohnen die russische Hauptstadt Moskau ins Visier genommen und den dortigen Flugverkehr erheblich beeinträchtigt. Laut Mitteilungen des russischen Verteidigungsministeriums wurden innerhalb von 36 Stunden sage und schreibe 485 feindliche Drohnen abgefangen. Die Hauptaktivität konzentrierte sich dabei auf die Region Moskau sowie angrenzende Gebiete im Süden. Auch wenn diese Angaben bislang nicht verifiziert werden konnten, deuten sie auf ununterbrochene Angriffe der Ukraine hin. Trotz der massiven Anzahl von Drohnenmeldungen blieben die gemeldeten Schäden vergleichsweise gering.
Die Frequenz der Angriffe bewirkte wiederholte Flugunterbrechungen an den Moskauer Flughäfen, wie Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete. Die Luftfahrtbehörde Rosawiazija meldete, dass zwar Starts und Landungen temporär eingestellt wurden, jedoch lediglich etwa drei Dutzend Flüge von Verspätungen betroffen waren. Am Nachmittag wurden erneut Einschränkungen für die Flughäfen Domodedowo und Schukowski eingeführt, ebenso wie für die Flughäfen der Städte Iwanowo und Samara.
Auch in anderen russischen Regionen machte sich die angespannte Situation bemerkbar. Im Gebiet Brjansk kam es nach Angaben des Gouverneurs Alexander Bogomas zu einem Todesfall und einer Verletzung als Folge eines ukrainischen Drohnenangriffs. Der Gouverneur der Region Orjol berichtete von "massiven Drohnenangriffen", woraufhin das mobile Internet abgeschaltet wurde.
Parallel dazu müssen auch ukrainische Gebiete weiter unter russischem Beschuss leiden. In der Region Cherson wurde eine 85-jährige Frau durch russische Angriffe getötet, wie der örtliche Militärgouverneur Olexander Prokudin mitteilte. Außerdem griff Russland die Ukraine mit einer Rakete des Typs Iskander-M sowie 128 Drohnen und entsprechenden Attrappen an. Die ukrainische Luftwaffe vermeldete, 112 dieser Drohnen abgeschossen zu haben, wobei die Regionen Dnipro, Donezk, Charkiw und Mykolajiw im besonderen Fokus standen.
Die Ukraine verteidigt sich weiterhin gegen die russische Invasion, unterstützt von westlichen Staaten, und setzt dabei auch verstärkt auf Angriffe innerhalb Russlands. In Anbetracht der Auswirkungen in den betroffenen Gebieten stehen die Schäden und Verluste in Russland in keinem Verhältnis zu den verheerenden Folgen, die der andauernde russische Krieg für die Ukraine mit sich bringt.

