Drohnen und Debatten: EU diskutiert Verteidigungsmaßnahmen nach Vorfall mit russischer Schattenflotte
Nach einem erneuten Drohnenalarm in Dänemark sorgte das Eingreifen französischer Militärkräfte für Aufsehen. Ein verdächtiges Schiff, dem die russische Schattenflotte zugerechnet wird, wurde aufgebracht, und zwei Personen, darunter der Kapitän, festgenommen. Die Besatzung konnte keine Beweise für die Nationalität des Schiffes vorlegen und widersetzte sich mehrfach den Anweisungen. Dieser Vorfall wurde auch beim informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen thematisiert, bei dem eine gezielte Erweiterung der Abschreckungs- und Verteidigungsmaßnahmen auf der Agenda stand.
Ratspräsident António Costa berichtete von einer breiten Unterstützung für den geplanten Aufbau eines Drohnenwalls und weitere Maßnahmen zur Sicherung der Ostflanke. Die EU-Kommission plant nun, in Kürze einen detaillierten Aufrüstungsfahrplan zu präsentieren. Allerdings wurden während der Beratungen auch Differenzen bezüglich der Koordinierung und Finanzierung offenbar. Costa hob hervor, dass die Verteidigungsverantwortung nach europäischen Verträgen bei den Mitgliedstaaten liegt, aber die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas künftig häufiger Treffen der Verteidigungsminister einberufen wird, um Pläne zur gemeinsamen Aufrüstung zu beschleunigen.
Zur russischen Schattenflotte äußerte sich Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen zurückhaltend, bekräftigte jedoch die bestehenden Schwierigkeiten in der Region, insbesondere in der Ostsee. Der unter der Flagge Benins fahrende Tanker, bekannt als 'Boracay' oder 'Pushpa', befand sich zuletzt vor der westfranzösischen Küste. Die Gipfelgespräche in Kopenhagen fokussierten sich neben Sicherheitsaspekten auch auf wirtschaftliche Fragen und Migration. Präsident Wolodymyr Selenskyj und NATO-Generalsekretär Mark Rutte wurden als Gäste erwartet. Zum Schutz des Gipfels entsandte die Bundeswehr die Fregatte 'Hamburg', ausgestattet zur Luftverteidigung.

