Dringlichkeit der Plastikbewältigung: UN-Konferenz scheitert vorerst
Die jüngste UN-Konferenz in Genf zur Eindämmung der globalen Plastikverschmutzung verläuft mit enttäuschenden Resultaten. Trotz intensiver Verhandlungen droht das Ziel eines umfassenden Vertrages zu scheitern. Ohne einen entscheidenden Endspurt bis zur Ablauffrist am Donnerstag bleiben nur magere Ergebnisse.
Umweltkommissarin Jessika Roswall von der Europäischen Union betonte den Handlungswillen der EU, jedoch nicht um jeden Preis. Ein überraschender Vertragsentwurf am Mittwoch sorgte für Bestürzung und Ablehnung, da er wesentliche Ziele und Auflagen vermissen lässt. Delegierte der EU bezeichneten den Entwurf als unzureichend.
Mehr als 120 Länder fordern eine nachhaltige Begrenzung der Plastikproduktion, während ölproduzierende Nationen eine solche Maßnahme entschieden zurückweisen. Stattdessen plädieren sie lediglich für eine Abfallregulierung.
Plastik hat verheerende Auswirkungen auf Ökosysteme und die menschliche Gesundheit, wie neuere Studien belegen. Die 2022 von der UN-Umweltsversammlung beschlossene Absicht, das gesamte Leben von Plastik – von dessen Produktion bis zur Entsorgung – zu regulieren, bleibt eine Herausforderung.
Die EU drängt auf Reduzierung und Wiederverwertung von Plastik, um die umweltbelastende Verschmutzung einzudämmen. Kritiker aus Kenia, den Philippinen und anderen Ländern verurteilen den jetzigen Entwurfsstand als unzureichend. Auch Großbritannien und sogar Saudi-Arabien schlossen sich der Kritik an. Das Management von Abfall allein sei keine akzeptable Lösung. Greenpeace sprach von einem Geschenk an die petrochemische Industrie und warnte vor einem Verrat an zukünftigen Generationen.

