Delta Air Lines: Unsicherheiten durch steigende Kerosinpreise und geopolitische Spannungen

Delta Air Lines und die Auswirkungen der Kerosinpreise
Die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Air Lines hat aufgrund der dramatischen Erhöhung der Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs keine Gewinnprognose für das laufende Jahr veröffentlicht. In ihrem Zwischenbericht für das erste Quartal 2023 prognostiziert Vorstandschef Ed Bastian für das zweite Quartal einen Anstieg der Treibstoffkosten um mehr als zwei Milliarden US-Dollar (ca. 1,7 Milliarden Euro). Trotz dieser Herausforderungen wird ein Vorsteuergewinn von etwa einer Milliarde Dollar sowie ein bereinigter Gewinn je Aktie von bis zu 1,50 Dollar erwartet, was über den Analystenschätzungen von 1,45 Dollar liegt.
Im vorbörslichen Handel reagierte die Delta-Aktie positiv und stieg um mehr als elf Prozent. Diese Kursentwicklung folgt der Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran im Persischen Golf, was potenziell die geopolitische Unsicherheit in der Region verringert. Die Kerosinpreise, die in der Folge des Konflikts stark angestiegen waren, stellen jedoch weiterhin eine erhebliche Belastung für die Fluggesellschaft dar.
Das Management von Delta berichtet, dass der jüngste Anstieg der Treibstoffkosten den Gewinn erheblich belastet. Für das laufende Quartal wird ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr erwartet, was auf eine weiterhin starke Nachfrage hinweist. Gleichzeitig hat Delta Maßnahmen ergriffen, um die gestiegenen Kerosinkosten zu kompensieren, indem das Flugangebot reduziert wurde.
Im ersten Quartal 2023 beliefen sich die Ausgaben für Treibstoff auf über 2,7 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während der Umsatz um 13 Prozent auf fast 15,9 Milliarden Dollar zulegte, sank der operative Gewinn um zwölf Prozent auf 501 Millionen Dollar. Diese Entwicklung ist auf die gestiegenen Kerosinkosten sowie die erhöhten Personalkosten zurückzuführen. Unter dem Strich musste Delta einen Fehlbetrag von 289 Millionen Dollar hinnehmen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 240 Millionen Dollar erzielt wurde.
Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Fluggesellschaften in einem von Unsicherheiten geprägten Markt stehen. Die geopolitischen Spannungen und die damit verbundenen Kostensteigerungen können die Wettbewerbsfähigkeit und die Standortattraktivität von Unternehmen wie Delta Air Lines erheblich beeinträchtigen. Anleger sollten daher die Entwicklungen genau beobachten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

