Diplomatisches Ringen um neue Handelsdeals: Trump setzt auf Brief-Mission
Kurz vor Ablauf einer wichtigen Frist hat Präsident Donald Trump eine diplomatische Offensive gestartet und kündigt die Verteilung von Briefen an bis zu 15 Länder an, in denen neue Handelszölle oder mögliche Abkommen thematisiert werden sollen. Diese Schreiben sollen bis Mittwoch versandt werden, wobei neue Zölle ab dem 1. August in Kraft treten könnten. Diese Ankündigungen, die von Handelsminister Howard Lutnick begleitet werden, haben bereits in den Medien, unter anderem bei Fox News, für Aufsehen gesorgt.
Trump hatte zuvor die Anwendung von Strafzöllen gegen die EU zeitlich begrenzt ausgesetzt, um Verhandlungen Raum zu geben. Diese Frist endet nun. Ob auch die EU-Briefe erhalten wird, bleibt offen. Während Trump den Versandzeitpunkt präzise mit 12:00 Uhr Ortszeit angibt, zeigt er sich optimistisch, bis Anfang Juli viele Angelegenheiten geklärt zu haben. Er deutet sogar die Möglichkeit neuer Abschlüsse an.
US-Finanzminister Scott Bessent äußerte sich bei CNN mit der Erwartung eines schnellen Abschlusses neuer Handelsvereinbarungen infolge der versendeten Briefe. Er betonte, dass etwa 100 kleinere Handelspartner ebenfalls informiert würden. Länder, die keine Einigung mit den USA erzielen, würden auf das im April verkündete Zollniveau zurückfallen, warnte Bessent.
In der Auseinandersetzung mit den BRICS-Staaten verschärft Trump den Ton. Während die Mitglieder jüngst einseitige Handelszölle kritisierten, droht Trump nun mit einem weiteren Aufschlag von 10 Prozent für Länder, die sich gegen die US-Handelspolitik positionieren. Insbesondere die Abkehr vom US-Dollar als Leitwährung sollte hohe Zollbarrieren nach sich ziehen, eine Drohung, die bereits zu Jahresbeginn formuliert wurde.
China reagierte mit scharfer Kritik an dieser Form von wirtschaftsdiplomatischem Druck und verweist darauf, dass die BRICS-Staatengruppe auf Zusammenarbeit und nicht auf Konfrontation setze. Die chinesische Außenamtssprecherin Mao Ning stellte klar, dass die wahllose Einführung von Zöllen keine der beteiligten Parteien weiterbringe.

