Diplomatisches Minenfeld: Katars Vermittlerrolle auf dem Prüfstand
Ein jüngster Angriff der israelischen Luftwaffe auf die Hamas-Führung in Katar wirft die Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg in ein neues Licht. Der katarische Ministerpräsident, Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, äußerte seine Besorgnis über die möglichen negativen Auswirkungen auf die verbleibenden Geiseln im Gazastreifen, nachdem der angesetzte Schlag durch Israels Premier Benjamin Netanjahu erfolgte.
Al Thani teilte in einem Interview mit dem US-Sender CNN mit, dass er erst kürzlich mit Angehörigen der Geiseln gesprochen habe, die auf die Vermittlung für eine Waffenruhe hofften. Diese Hoffnungen könnten nun durch den Angriff schwer erschüttert worden sein. Die Situation sei besonders heikel, da Katar gemeinsam mit Ägypten und den USA eine zentrale Vermittlerrolle einnimmt, und nach israelischen Angaben befinden sich noch 48 Geiseln in der Region, wovon 20 am Leben sein sollen.
Die israelische Attacke zielte Berichten zufolge auf einen der höchsten Hamas-Führer im Ausland, Chalil Al-Haja, ab. Dennoch scheiterte der Angriff laut Hamas-Angaben, wobei tragischerweise Al-Hajas Sohn und sein Büroleiter ums Leben kamen. Al Thani erklärte gegenüber CNN, dass es keine offizielle Stellungnahme zum Verbleib Al-Hajas gebe.
Obwohl Katar seine Vermittlerrolle bisher beibehalten hat, erklärte Al Thani, dass nun alles auf den Prüfstand gestellt werde. In intensiven Gesprächen mit der US-Regierung werde man die nächsten Schritte abwägen. Der Angriff auf Doha wurde international scharf kritisiert und setzt die diplomatischen Beziehungen weiter unter Druck.

