Die Zukunftsfrage: Kann die neue Regierung das Steuer herumreißen?
In dem Ringen um notwendige Reformen in Deutschland steht die zukünftige Regierung vor einer beachtlichen Herausforderung. Die Transformationen, die angestrebt werden, drohen zu scheitern, sollte die Regierung die Verantwortung alleine schultern müssen.
Wenn Interessengruppen routinemäßig Reformbemühungen torpedieren und Bürgerinnen sowie Bürger nicht bereit sind, ihre Ansprüche und Erwartungen gegenüber dem Staat zu reflektieren und anzupassen, bleibt der Regierung kaum Raum für Erfolg. Ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel ist unerlässlich, damit die Politik auch wirklich liefern kann.
Die Regierung darf nicht missverstanden werden als ein Service, der einfach nach Belieben Ergebnisse bereitstellt. Eine kollektive Anstrengung ist notwendig, um das Steuer herumzureißen und Kurs auf eine nachhaltige Zukunft zu setzen.
Paradoxerweise könnte der immense Druck, der auf diese Veränderungsprozesse wirkt, auch als Chance gesehen werden. Denn die Dringlichkeit, die bestehenden Verhältnisse zu reformieren, tritt deutlicher denn je zutage.
Während alle Akteure durchaus Gründe haben, der Koalition Erfolg zu wünschen, bleibt die Mahnung an der Regierung haften, kritisch-konstruktive Ergebnisse zu erzielen. Bis jedoch Ergebnisse vorliegen, ist ein gewisser Vertrauensvorschuss gerechtfertigt.

