„Die vorliegenden Daten machen klar, wie viel Einsparpotenzial jeder durch sein Smartphone in der Hand hat.“
Neue refurbed-Studie zeigt: Nutzer:innen können Kosten für ihr Smartphone um 25 Prozent bis 76 Prozent reduzieren

24. April 2026, 09:48 Uhr · Quelle: Pressebox
„Die vorliegenden Daten machen klar, wie viel Einsparpotenzial jeder durch sein Smartphone in der Hand hat.“
Foto: Pressebox
Grafik Fraunhofer Nutzungsszenarien
Eine Fraunhofer-Studie untersucht, wie Smartphone-Nutzung Kosten und Emissionen beeinflusst und Potenziale für Einsparungen durch zirkuläres Verhalten aufzeigt.

Zürich, 24.04.2026 (PresseBox) - Dass Refurbishment – die professionelle Wiederaufbereitung von Elektronikartikeln – gut für unseren ökologischen Fußabdruck ist, ist einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Doch welchen Einfluss haben Anschaffung, Nutzungsverhalten und Entsorgung unserer Smartphones konkret auf das eigene Budget? Und wo können Smartphone-Nutzer:innen am leichtesten sparen?

Diese und weitere Fragen beantwortet die mittlerweile dritte Studie von Fraunhofer Austria im Auftrag von refurbed: Untersucht wurden die Auswirkungen unterschiedlicher Nutzungsszenarien eines Standard-Smartphones auf die Kostenbelastung für jeden User und auf den Impact für unsere Umwelt – mit dem Ergebnis:

Wie wir unsere Geräte nutzen, hat insgesamt den größten Einfluss auf die (direkt und indirekt) entstehenden Kosten und CO2-Emissionen.

Direkt zur Pressemitteilung zur Studie zum Sparpotenzial durch Smartphone-Nutzung

In drei Szenarien wurde für die Fraunhofer Austria-Studie ein Smartphone in der idealen Kreislaufwirtschaft mit dem aktuell durchschnittlichen Nutzungsverhalten in der Realität sowie mit einem Produkt in der Linearwirtschaft verglichen.

Szenario A: Das Smartphone in der Kreislaufwirtschaft

Das Szenario: Ein im Kreislauf geführtes Standard-Smartphone wird einmal neu produziert und gekauft, rund 3 Jahre genutzt, danach im Zuge eines Rückkauf-Programmes (Trade-in) refurbished, wechselt den:die Besitzer:in und wird nach weiteren drei Jahren dem fachgerechten Recycling zugeführt.

Im Berechnungszeitraum von sechs Jahren verursacht dieses Vorgehen:

  • Gesamtkosten von 959 € (Anschaffungskosten von 876 € – Neugerät 575 € abzügl. 150 € Trade-in-Erlös plus Anschaffung refurbished Gerät 451 € – plus Umweltkosten durch CO2-Ausstoß 83 €). Das entspricht einer jährlichen Kostenbelastung von rund 160 €.
  • einen CO2-Ausstoß von 83 kg (inkl. Energiebedarf für Laden und Nutzung)
  • einen Verbrauch von 38 g kritischer Rohstoffe (CRM), wie Kobalt, Kupfer, Magnesium, Palladium, etc.
Szenario B: Das durchschnittliche Produkt eines:r Europäer:in entsprechend dem derzeitigen Nutzungsverhalten

Der derzeit in Europa gängige Weg eines Smartphones sieht hingegen wie folgt aus: Das Gerät wird produziert, im Schnitt drei Jahre genutzt, danach zuhause aufbewahrt, wo es kritische Ressourcen bindet und landet irgendwann im Restmüll.

Für den Berechnungszeitraum von sechs Jahren verursacht dieser Umgang:

  • Gesamtkosten von 1.294 € (Anschaffungskosten 1.150 € – Erwerb 2 x Neugerät á 575 € – plus Umweltkosten durch CO2-Ausstoß 144 €) Das entspricht einer jährlichen Kostenbelastung von ca. 215 €.
  • einen CO2-Ausstoß von 161 kg
  • einen Verbrauch von 115 g kritischer Rohstoffe.
Ergebnis: Im Vergleich zum zirkulär geführten Smartphone (Szenario A) erzeugt das Durchschnittsprodukt hier knapp 35 Prozent höhere Kosten für den:die Nutzer:in, doppelt so viel CO2 und verbraucht beinahe 3x so viel kritische Rohstoffe, die unter prekären Verhältnissen abgebaut und teuer importiert werden müssen. 

Szenario C: Das Produkt der linearen Konsumgesellschaft

Berechnet wurde hier folgendes Szenario: Das Produkt wird produziert und jedes Jahr durch ein neues Modell ersetzt. Nicht mehr benötigt, liegt es ungenutzt in einer Schublade, bevor es irgendwann durch Wegwerfen oder Entsorgen im illegalen Recycling im globalen Süden landet.

Ein solcher Umgang verursacht im Berechnungszeitraum von 6 Jahren:

  • Gesamtkosten von 3.834 € (Anschaffungskosten 3.450 € – 6 x 575 € – plus Umweltkosten durch CO2-Ausstoß von insgesamt 384 €). Das entspricht einer jährlichen Kostenbelastung von 639 €.
  • einen CO2-Ausstoß von 684 kg
  • und einen Verbrauch von 346 g kritischer Rohstoffe
Ergebnis: Szenario C verursacht 4 x so hohe Kosten wie ein zirkuläres Produkt (Szenario A) und 3 x so hohe Kosten wie das Durchschnittsprodukt (Szenario B).
Zudem erzeugt dieses Szenario im Vergleich zu einem im Kreislauf geführten Produkt 8 x so viel CO2 und verbraucht das 9-fache an kritischen Rohstoffen

Direkt zur Pressemitteilung & Studienbericht zur Nutzungsszenario-Analyse

„Die vorliegenden Daten machen klar, wie viel Einsparpotenzial jeder durch sein Smartphone in der Hand hat.“

Die Art, wie Geräte genutzt werden, hat insgesamt den größten Einfluss auf die (direkt und indirekt) entstehenden Kosten und CO2-Emissionen:

Ein im Kreislauf geführtes Produkt verursacht für den:die Besitzer:in nur ein Viertel der Kosten eines linear behandelten Produktes. Der:die Durchschnittsnutzer:in kann rund 25 Prozent der Smartphone-Kosten allein durch Verhaltensänderung reduzieren. 

Damit halten Konsument:innen vor allem durch die Nutzungsdauer und der Rückverkauf (Trade-In) ihrer Geräte an Refurbisher einen größeren Preishebel in der Hand als bisher angenommen. 

refurbed Co-Founder Kilian Kaminski:

„In einer Zeit, wo wir alle deutlich die negativen Folgen unserer wirtschaftlichen Ressourcen-Abhängigkeit erleben und wir realisieren, wie ressourcenarm unser Kontinent ist, wird es für uns sowohl zum wirtschaftlichen als auch zum persönlichen Kostenfaktor, zirkulär zu agieren.

Die vorliegenden Daten machen klar, wie viel Einsparpotenzial jeder durch sein Smartphone in der Hand hat:

Allein durch unseren Umgang mit dem Smartphone, wie Rückverkauf, Nutzungsdauer oder Entsorgung können pro Produkt in sechs Jahren mindestens 274 € und bis zu 2.574 € gespart werden."

„Was allerdings nach der Produktion mit diesem Gerät passiert, macht den entscheidenden Unterschied.“

Studienautor Paul Rudorf von Fraunhofer Austria:

„Es war uns wichtig, die Ergebnisse auf Produktebene zu berechnen und nicht für einzelne Personengruppen, um ein unnötiges Konsumenten-Bashing zu verhindern.

Durch die produktbezogene Untersuchung wird ersichtlich, dass grundsätzlich jedes Produkt erst einmal produziert werden muss und damit Kosten und Impact verbunden sind.

Was allerdings nach der Produktion mit diesem Gerät passiert, macht den entscheidenden Unterschied. Unsere Zahlen zeigen, dass die Art und Dauer der Nutzung, sowie die Entsorgung des Produktes einen signifikant höheren Einfluss auf die Kostenbelastung der Konsumenten und auf unsere Umwelt haben."

E-Commerce / Refurbishment / Smartphones / Nachhaltigkeit / Umweltschutz / Fraunhofer Austria / refurbed
[pressebox.de] · 24.04.2026 · 09:48 Uhr
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