Die Magie der Billigflüge: Preise stabil, Angebot in der Schwebe

Eine erfreuliche Nachricht für Reisende in diesem Herbst: Die Preise für Direktflüge haben sich vergleichsweise stabil gezeigt, so das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wer mit einem der Billigfluganbieter wie Wizz oder Easyjet abhebt, zahlt durchschnittlich zwischen 48 und 113 Euro pro einfacher Flugstrecke, und das ohne Zusatzkosten für Gepäck. Überraschenderweise lagen die Kosten vor einem Jahr bei den vier größten Anbietern noch in der Spanne von 61 bis 115 Euro. Die Preispolitik der Netzwerk-Airlines wie Lufthansa bleibt in dieser Analyse unerwähnt.
Interessant ist der Zeitpunkt der Buchung als entscheidender Preisfaktor. Kurzfristig entschlossene Reisende müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen als jene, die mit längerer Vorausplanung buchen. Bei Eurowings, laut DLR-Analyse Deutschlands führender Anbieter im Billigflugsegment, variierten etwa die Ticketpreise von 76 Euro für weit vorausgeplante Flüge bis zu 167,29 Euro bei Buchung am Vortag. Die attraktivsten Preise boten sich für Flüge ab einem Monat Planung bei Wizz für 29,84 Euro und bei Ryanair für 39,93 Euro.
Ryanair sticht erneut mit dem kostspieligsten Einzelflug hervor: Für die Strecke von Köln nach Porto musste man bei kurzfristiger Buchung stolze 325 Euro zahlen. Der irische Anbieter lässt sich hierzu verlauten, dass hohe Steuern und Gebühren an deutschen Flughäfen mitverantwortlich sind. Interessanterweise hat Ryanair trotz ihres europaweiten Wachstums ihre Präsenz in Deutschland reduziert und berechnet für Flugtickets allein im Herbst durchschnittlich 72 Euro, wobei Zusatzleistungen extra kosten.
Weniger erfreulich hingegen ist die generelle Situation des Marktes für Direktflüge in Deutschland. Dieser hat, so das DLR, seit der Vor-Corona-Zeit deutlich an Volumen eingebüßt. Im Juli 2025 wurden in einer untersuchten Woche 4.400 Billigflüge von zwölf Airlines auf 758 Strecken durchgeführt, was zwar einen leichten Anstieg von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, jedoch einen deutlichen Rückgang gegenüber 6.600 Flügen im Jahr 2019 bedeutet. Der Anteil der Direktflüge am gesamten Luftverkehr ist zudem von 33 Prozent im Jahr 2019 auf aktuell 26 Prozent gesunken. Spanien, Italien und Griechenland bleiben die beständigsten Ziele, während die Anzahl der innerdeutschen Direktflüge rückläufig ist. Die Flughäfen Berlin, Düsseldorf und Köln-Bonn führen die Liste der umfangreichsten Angebote an.

