Die Märkte unter Druck: Gedämpfte Stimmung vor Trump-Rede in Davos
Die mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident Donald Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sorgt für Zurückhaltung unter den Anlegern am deutschen Markt. Der Dax notierte am frühen Nachmittag einen Verlust von 1,2 Prozent bei 24.409 Punkten, womit er über zwei Drittel seines Aufwärtstrends seit Mitte Dezember eingebüßt hat. Für 2026 verzeichnet er ein negatives Ergebnis, ausgelöst durch Trumps angedrohte Zölle gegen acht europäische Länder im Kontext der Grönland-Debatte. Ähnlich düster präsentierte sich der MDax, der durch einen Rückgang von 0,5 Prozent auf 30.649 Punkte belastet wurde. Auch der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verzeichnete Verluste von einem Prozent, nachdem er in der Vorwoche noch neue Rekordstände erreicht hatte.
Der UBS-Anlagestratege Henry Morrison-Jones erinnerte daran, dass die Anleihemärkte zwischen dem vierten und sechsten Tag besonders stark auf politische Ankündigungen wie Trumps 'Zölle 2.0'-Pläne reagieren. Bislang fiel die Reaktion jedoch moderat aus. Ein deutlicherer Zinsanstieg könnte Trumps aggressive Rhetorik möglicherweise ebenfalls dämpfen. Finanzwerte hatten europaweit besonders zu kämpfen, wobei die Deutsche Bank mit einem Verlust von 3 Prozent im Dax den letzten Platz einnahm. Auch die Commerzbank litt unter dem Marktdruck. Bundesbankpräsident Joachim Nagel äußerte sich besorgt über mögliche neue US-Zölle und deren Einfluss auf die künftigen Zinsentscheidungen der Europäischen Zentralbank. Er wies darauf hin, dass die Unsicherheiten in den Zollverhandlungen die Geldpolitik betreffen könnten.
Continental sah sich einem Rückgang von bis zu 4,5 Prozent ausgesetzt, selbst nachdem sie berichtet hatten, 2025 die gesetzten Unternehmensziele erreicht zu haben. Besonders die Margen bei ContiTech blieben hinter den Prognosen zurück. In der Zwischenzeit erlebten die Aktien von Qiagen einen zwischenzeitlichen Anstieg von 7 Prozent, angetrieben durch erneute Übernahmespekulationen. Am jüngsten Hochpunkt ließ die Dynamik allerdings nach, und der Kursgewinn reduzierte sich auf 3 Prozent. Aixtron-Aktien erholten sich dank einer Kaufempfehlung von JPMorgan um fast 8 Prozent in der Spitze, angeführt von Analyst Craig McDowell, der für den Chipausrüster einen breit angelegten Aufschwung prognostiziert. Zum Schluss beschleunigten Redcare Pharmacy ihren Abwärtstrend auf ein neues Tief seit 2023.

