Die häufigsten Verkehrsverstöße auf deutschen Straßen

Ordnungswidrigkeiten
Unter Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr versteht man im Allgemeinen "leichte" Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung und somit nur eine geringfügige Verletzung von Recht und Gesetz. Besonders häufig werden folgende Ordnungswidrigkeiten in Bezug auf Verkehrsverstöße registriert:
Geschwindigkeitsverstöße
Die Gesamtzahl der Geschwindigkeitsverstöße beläuft sich auf rund 2.437.000, wobei der größte Anteil mit rund 1.890.000 auf Männer entfällt. Die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden Anfang 2025 noch einmal erhöht. So werden bei mehr als 31 km/h zulässiger Höchstgeschwindigkeit schnell schon einmal 260 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot fällig, ab 41 km/h erhöht sich das Bußgeld auf 400 Euro.
Handyverstöße
Etwa 404.740 Mal konnten Personen am Steuer nicht die Hände vom Smartphone lassen. Wer am Steuer mobile Endgeräte ohne Freisprecheinrichtung nutzt, verfügt nicht über die notwendige Aufmerksamkeit, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Zurecht werden entsprechende Verstöße mit einem Bußgeld und einem Punkt geahndet. Resultiert aus einem solchen Verhalten ein Schaden, drohen gleich 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.
Rotlichtverstöße
Ca. 327.230 Mal wurden Kfz-Führer beim Überfahren einer roten Ampel erwischt. Das hat seit Beginn des Jahres in jedem Fall eine Geldbuße als Konsequenz, auch Fahrverbote werden wesentlich schneller verhängt. Bei einem Überfahren unter einer Sekunde nach Rot fallen 90 Euro an, sofern niemand dabei gefährdet wird, ansonsten 200 Euro und zwei Punkte. Ist die Ampel bereits mehr als eine Sekunde rot, drohen ein Monat Fahrverbot, 200 Euro und 2 Punkte.
Abstandsverstöße
Abstandsverstöße sind keine Kavaliersdelikte und können schnell zu verheerenden Unfällen führen. § 4 StVG ist Rechtsgrundlage für den einzuhaltenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und gibt vor, welcher Abstand bei welcher Geschwindigkeit mindestens einzuhalten ist. Etwa 200.000 Abstandsverstöße werden jedes Jahr registriert, teils mit drastischen Folgen für die Fahrzeugführer: Wer beispielsweise bei über 130 km/h nur 6,5 Meter Abstand hält, muss mit 400 Euro Geldbuße, 2 Punkten und 3 Monaten Fahrverbot rechnen.
Darüber hinaus zählen Vorfahrts- und Überholverstöße sowie Drogen- und Alkoholverstöße zu den häufigsten Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr.
Straftaten
Sobald die Vergehen im Straßenverkehr schwerer wiegen, können diese als Straftat gewertet werden. In der Regel ist das der Fall, wenn dem Verursacher rücksichtsloses Verhalten vorgeworfen werden kann und / oder er die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf nimmt. Zudem sind eine Reihe von Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr im Strafgesetzbuch geregelt und ziehen oft Gerichtsverfahren mit sich. Zu den häufigsten Verkehrsverstößen mit Straftatbestand zählen vor allem Folgende:
Fahren ohne Fahrerlaubnis
Der weitaus größte Anteil an Straftaten im Straßenverkehr entfällt auf Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis, rund 110.000 Mal pro Jahr werden Personen ohne entsprechenden Nachweis am Steuer erwischt. Strafen für derlei Delikte reichen von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr.
Alkoholverstöße
Mit etwa 82.000 Delikten pro Jahr zählen Alkoholverstöße zu den zweithäufigsten Verkehrsverstößen mit Straftatbestand, wobei hier die 0,5-Promille-Grenze deutlich überschritten wird. Wer sich alkoholisiert ans Steuer begibt, erhält in jedem Fall bis zu 3 Punkte in Flensburg und je nach Beurteilung des individuellen Vergehens Geldstrafen von bis zu 1500 Euro oder auch den Entzug des Führerscheins.
Unfallflucht
Die Zahl der Unfallfluchten beläuft sich jedes Jahr auf etwa 33.000, mal mit weniger, mal mit mehr Schaden, den der Flüchtende hinterlässt. In § 142 des Strafgesetzbuches ist geregelt, dass eine solche Unfallflucht je nach Schwere mit einer Geldstrafe bis zu Freiheitsstrafen von bis zu 3 Jahren nach sich zieht.
Weitere häufige Straftaten im Straßenverkehr sind Körperverletzung / Tötung, Drogenverstöße und Fahren mit falschem Kennzeichen. Auch das Falschfahren ist ein Delikt, welches immer wieder in den Medien aufgegriffen wird.
Fazit
Die Anzahl der registrierten Verkehrsverstöße, die in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, spiegelt immer nur das sogenannte Hellfeld wider. Die Dunkelziffer dürfte die Gesamtanzahl deutlich erhöhen. Um diesen Verstößen, die im Zweifel die Gesundheit oder auch das Leben von anderen Verkehrsteilnehmern kosten können, vorzubeugen, werden die Strafen im Bußgeldkatalog jedes Jahr angepasst oder auch erweitert. Wie sich die Statistiken in den kommenden Jahren entwickeln werden, bleibt abzuwarten.

