Dialoge in Istanbul: Hoffnung auf Frieden oder vergebliche Mühe?
Kiew hat zugestimmt, sich erneut mit Russland zu direkten Gesprächen zur Beilegung des Ukraine-Konflikts zu treffen. Die ukrainische Delegation wird von Verteidigungsminister Rustem Umjerow geleitet und das Treffen findet wie zuvor in Istanbul statt. Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, dass die ukrainische Position eine vollständige und bedingungslose Waffenruhe, die Freilassung von Gefangenen und die Rückkehr entführter Kinder umfasst. Das Treffen soll auf höchsten Ebenen vorbereitet werden, um eine nachhaltige Konfliktlösung und Sicherheit zu erreichen.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Initiative zu dieser neuen Gesprächsrunde ergriffen und angekündigt, der ukrainischen Seite ein Memorandum vorzulegen, das die russische Sicht auf eine Lösung der Krise darlegt. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha fordert eine sofortige Bereitstellung dieses Memorandums, um Fortschritte zu gewährleisten und das nächste Treffen nicht scheitern zu lassen. Unterschiede in den Verhandlungsansätzen der beiden Länder sind deutlich: Während die Ukraine auf eine anfängliche Waffenruhe drängt, setzt Russland auf Bedingungen, um die Ukraine zu einem bedingungslosen Frieden zu bewegen.
Einmal mehr zeigt Russland Bereitschaft zu einer Waffenruhe im UN-Sicherheitsrat, allerdings nur unter Bedingungen. Diese umfassen unter anderem den Stopp westlicher Waffenlieferungen an die Ukraine und die Beendigung der Mobilmachung durch Kiew. Dennoch, so scheint es, ähneln die Friedensbedingungen eher einem Ultimatum an die Ukraine, Moskaus territoriale Ansprüche eingeschlossen.
Verteidigungsminister Umjerow bestätigte, dass die Ukraine ihre Position bereits schriftlich an Russland übermittelt hat und bekräftigt die Bereitschaft zu einer bedingungslosen Waffenruhe. Indes wurden die ukrainischen Forderungen von Russland mit dem Argument der Geheimhaltung abgelehnt, um eine öffentliche Diskussion vor den Verhandlungen zu vermeiden.
Derweil bereitet sich die Ukraine angesichts der jüngsten massiven Drohnenangriffe aus Russland und der Verstärkung russischer Truppen im Nordosten auf mögliche Eskalationen vor. Der Konflikt bleibt komplex und die anstehenden Gespräche in Istanbul könnten von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Entwicklung sein.

