Diageo unter Druck: Schwache Nachfrage drückt Umsatzerwartungen

Diageo unter Druck: Schwache Nachfrage drückt Umsatzerwartungen
Der britische Spirituosenriese Diageo, bekannt für seine Marken Johnnie Walker und Guinness, sieht sich aufgrund einer schwachen Nachfrage in China und den USA mit beträchtlichen Herausforderungen konfrontiert. Unter der neuen Führung von Dave Lewis wurden die Umsatzprognosen für das bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr erneut nach unten korrigiert, mit einem erwarteten Umsatzrückgang von zwei bis drei Prozent auf vergleichbarer Basis. Derartige Aussichten führten zu einem deutlichen Kursrückgang der Diageo-Aktie um rund zehn Prozent an der Londoner Börse, wodurch die Aktie zum größten Verlierer im FTSE 100 avancierte.
Trotz des Kurssturzes notiert die Aktie immer noch fünf Prozent höher als zu Jahresbeginn, hat jedoch seit drei Jahren erheblich an Wert eingebüßt und liegt derzeit bei 1.688 britischen Pence. Die anschwellenden Lebenshaltungskosten belasten die Konsumenten, die ihre Ausgaben für teurere Alkoholika einschränken, was die ohnehin durch die Nachwirkungen der Pandemie beeinträchtigte Nachfrage weiter dämpft.
Die frühere Führung hatte noch stagnierende Umsätze als möglich erachtet, doch Lewis prognostiziert nun einen klaren Rückgang. Um den Balanceakt in der aktuellen Situation zu vollführen und die Unternehmensbilanz zu stärken, hat der Verwaltungsrat beschlossen, die Ausschüttungen an die Aktionäre zu reduzieren.
Künftig sollen 30 bis 50 Prozent des Gewinns als Dividende ausgezahlt werden, mindestens hingegen 50 Cent je Aktie. Für das erste Halbjahr verbucht Diageo nur noch 20 Cent Dividende, nach 40,5 Cent im Vorjahr.
Zwischen Juli und Dezember 2025 ging der Umsatz um fast drei Prozent auf 10,5 Milliarden US-Dollar zurück. Während Europa, Lateinamerika und Afrika Wachstum verzeichneten, konnte dies die Schwächen in Nordamerika und China nicht ausgleichen. Der operative Gewinn sank ebenfalls um nahezu drei Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Zwänge wie Zölle belasteten zusätzlich das Ergebnis, während der Nettogewinn um knapp zwei Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar anstieg.

