Deutz startet durch mit Drohnen-Antrieb: Strategische Übernahme der Sobek Group
Der renommierte Motorenhersteller Deutz nimmt einen bedeutenden strategischen Schritt vor: Die geplante Übernahme der Sobek Group, einem Spezialisten für Drohnenantriebe, markiert den Einstieg in den wachstumsstarken Rüstungsmarkt. Konzernchef Sebastian Schulte verfolgt ambitioniert das Ziel, die Abhängigkeit vom traditionellen Motorensegment zu verringern, indem das Unternehmen seine Geschäftsfelder diversifiziert. Insider der Branche reagieren positiv auf den Deal, obwohl die Transaktion kein offensichtlicher Preisvorteil ist und eine Kapitalerhöhung wahrscheinlicher wird. Die Börse begrüßte die Neuigkeit dennoch, was zu einem Anstieg der Deutz-Aktie um beeindruckende neun Prozent im frühen Handel führte.
Details zum Kaufpreis wurden von Deutz nicht publiziert, die Finanzierung sei jedoch durch bestehende Kreditlinien gesichert. Eine Kapitalerhöhung, die bis zu zehn Prozent des Grundkapitals umfasst, könnte ebenfalls erwogen werden. Der globale Anstieg der Verteidigungsausgaben, verstärkt durch geopolitische Spannungen, eröffnet neue Wachstumsmöglichkeiten, denen auch Deutz mit seiner Strategie zur Erschließung des Rüstungssektors Rechnung trägt.
Angesichts der Herausforderungen in der Automobilindustrie investiert Deutz in zukunftsträchtige Bereiche. Laut Schulte bietet Sobek Zugang zu einem sich rasant entwickelnden Verteidigungsmarkt und ermöglicht Deutz, drohnentechnologisch an der Seite der NATO-Staaten als Systempartner Fuß zu fassen. Nachdem bereits eine neue Geschäftseinheit für den Rüstungssektor etabliert wurde, sorgt diese Entwicklung für eine erhebliche Belebung des Aktienkurses. Der im SDax gelistete Anteilsschein erreichte mit 9,75 Euro fast wieder das Niveau von 2007, nach einem Wertzuwachs von 140 Prozent seit Jahresbeginn.
Mit rund 5000 Mitarbeitern ist Deutz nicht nur in der Produktion diverser Motoren – von Diesel bis Wasserstoff – aktiv, sondern auch in Sektoren wie Land- und Bau-Maschinen, wo sich ihre Produkte ebenso in Verteidigungssystemen wiederfinden. Der Panzer-Getriebehersteller Renk zählt hier zu den Kooperationspartnern. Die Sobek Group, mit etwa 70 Mitarbeitern und Standorten in Baden-Württemberg und Hessen, prognostiziert für 2025 Umsätze im zweistelligen Millionenbereich. Branchen wie Motorsport und Raumfahrt gehören zu ihren bisherigen Tätigkeitsfeldern, wobei Deutz auch in neue Bereiche wie Robotik und Medizintechnik expandieren möchte.
Über die Rüstungsindustrie hinaus sieht Deutz Potenzial für Sobek in der zivilen Luftfahrt, insbesondere in der Logistik und urbanen Mobilität mit elektrifizierten Drohnensystemen. Diese zukunftsweisende Akquisition könnte somit nicht nur national, sondern auch international zahlreiche neue Türen öffnen.

