Deutz erweitert Portfolio: Einstieg in den Markt für Drohnenantriebe
Der Traditionsmotorenbauer Deutz hat einen strategischen Vorstoß in das zukunftsträchtige Drohnengeschäft gewagt, um von den steigenden Militärausgaben der NATO-Staaten zu profitieren. Durch die jüngste Akquisition des Antriebsspezialisten Sobek aus Baden-Württemberg verfolgt das Kölner Unternehmen das Ziel, sich als relevanter Partner in der Rüstungsindustrie zu etablieren. Diese Übernahme folgt auf die erst kürzlich erfolgte Gründung einer eigenen Defence-Abteilung.
Sobek, ein profitables Unternehmen mit 70 Angestellten und einem Umsatz im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, stellt primär Elektroantriebe und Steuerungselektronik für Drohnen her. Diese Technologien sind bereits in militärischen Anwendungen, beispielsweise bei der ukrainischen Armee, im Einsatz. Deutz sieht in der stark wachsenden Bedeutung von Drohnen bei Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten, insbesondere hinsichtlich der Spannungen mit Russland, große Zukunftspotenziale.
Die Übernahme erscheint mit einem Kaufpreis von elfmal des erwarteten EBITDA von Sobek als vielversprechende Investition, wobei für 2025 ein EBITDA von 10 bis 12 Millionen Euro prognostiziert wird. Deutz-CEO Schulte betont, dass durch die Akquisition der strategische Kurs auf innovative Technologien und Partnerschaften vertieft wird.
Neben der Erweiterung ihres Portfolios, bleibt Deutz weiterhin in seiner Herkunftsbranche aktiv und bedient etwa durch die Ausstattung polnischer Truppentransporter und die Modernisierung von Panzermotoren auch traditionelle Märkte. Trotz der Rückschläge in der Vergangenheit, als Deutz sich mit dem Kauf von Torqeedo in den Elektromarkt wagte, sieht das Unternehmen weiterhin großen Spielraum im Bereich der Militärtechnologie.

