Deutschlands Vorreiterrolle im Windkraftausbau trotz holpriger europäischer Entwicklung
Deutschland hat in den ersten sechs Monaten des Jahres seine Spitzenposition im Windkraftausbau gefestigt. Nach Angaben von WindEurope wurden hierzulande mehr neue Windkraftanlagen installiert als in jedem anderen europäischen Land. Mit einer Gesamtleistung von rund 2,2 Gigawatt (GW) – sowohl an Land als auch auf See erbaut – führt Deutschland die Liste der Länder an, gefolgt von Spanien mit 889 Megawatt (MW) und dem Vereinigten Königreich mit 760 MW.
Europaweit wurden im ersten Halbjahr 2023 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 6,8 GW neu installiert, davon entfielen 5,3 GW auf EU-Staaten. Diese Zahlen hinken allerdings den Prognosen hinterher. WindEurope hatte ursprünglich für das Gesamtjahr 2025 mit neuen Anlagen von 22,5 GW gerechnet, die Prognose jedoch auf 19 GW reduziert. Engpässe in der Elektrifizierung, im Stromnetz sowie bei Genehmigungen, Netz- und Hafenkapazitäten und Verfügbarkeiten von Schiffen hemmen den Offshore-Ausbau.
WindEurope sieht dennoch optimistisch in die Zukunft und erwartet, dass die installierte Windkraftkapazität der EU bis 2030 auf 344 GW anwachsen wird. Damit erneuerbare Energien künftig 42,5 Prozent des Energieverbrauchs in der EU decken, muss die Windkraft erheblich auf 425 GW ausgebaut werden. Die Projektpipeline ist gut gefüllt, jedoch wird von den Regierungen verlangt, vorrangig in Elektrifizierung, Netzausbau und Hafeninfrastrukturen zu investieren sowie EU-Genehmigungsvorschriften vollständig umzusetzen.

