Deutschland und Japan stärken Allianz angesichts chinesisch-russischer Annäherung
In einem eindringlichen Appell hat Außenminister Johann Wadephul China beschuldigt, die internationale regelbasierte Ordnung zu gefährden. Der CDU-Politiker äußerte sich während eines Vortrags im Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin, wo er der Regierung in Peking vorwarf, durch eine zunehmend aggressive Außenpolitik und die Unterstützung Russlands, die auf Völkerrecht basierende Weltordnung zu destabilisieren. "China und Russland haben das Ziel, die internationale Ordnung in ihrem Sinne umzuschreiben", so Wadephul.
Besonders hervor hob Wadephul die solide Partnerschaft zwischen Deutschland und Japan, die von gemeinsamen Werten und Zielen geprägt sei. Diese Verbindung sieht er als essentiellen Gegenpol zu den Ambitionen der chinesisch-russischen Allianz. China, als das wirtschaftlich und militärisch stärkste Land Asiens, habe sich im Konflikt mit seinen Nachbarn wie Vietnam, Malaysia und den Philippinen im Südchinesischen Meer zunehmend aggressiv verhalten und betrachte Taiwan nach wie vor als sein eigenes Territorium. Diese Entwicklung sähe er mit großer Sorge, zumal die Region wiederholt mit einer Invasion bedroht werde.
Wadephul übte zudem scharfe Kritik an Russland, das durch Provokationen gegenüber der NATO und das Ausspähen kritischer Infrastrukturen in Deutschland eine direkte Bedrohung darstelle. Der Minister warnte vor der vermeintlichen Blockbildung zwischen China und Russland, die EU und NATO herausfordere und die demokratischen Diskurse in Europa gefährden könnte.
Mit Blick auf die geopolitische Lage im Indopazifik betonte Wadephul, dass die chinesische Unterstützung der russischen Aggression in der Ukraine nicht nur Europas Frieden bedrohe, sondern auch die Sicherheitsarchitektur im indopazifischen Raum unterminiere. Diese Entwicklungen veranlassten Deutschland und Japan dazu, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren, um der wachsenden Bedrohung durch den chinesisch-russischen Schulterschluss zu begegnen. Wadephul hob die dringende Notwendigkeit hervor, die internationale Ordnung auf der Grundlage von Recht und Regelbarkeit zu bewahren.

