Deutschland übernimmt Spitzenrollen in der neuen Nato-Kommandostruktur
In einem strategischen Neuausrichtungsprozess wird Deutschland innerhalb der Nato zukünftig mehr Spitzenpositionen innehaben als die USA. Diese bedeutende Veränderung der Zuständigkeiten strebt eine ausgewogenere Lasten- und Verantwortungsteilung zwischen den Bündnispartnern an, wie aus Insiderkreisen bekannt wurde. Ziel der Neuausrichtung ist es, die Führungsaufgaben innerhalb der Nato stärker auf die europäischen Mitgliedsstaaten zu verteilen.
Trotz der neuen Aufgabenverteilung wird die militärische Führungsrolle der USA unvermindert fortbestehen, etwa durch die fortlaufende Besetzung des prestigeträchtigen Postens des Oberbefehlshabers der Nato-Streitkräfte in Europa (Saceur). Admiral Giuseppe Cavo Dragone vom Nato-Militärausschuss unterstrich das anhaltende Engagement der USA für das Bündnis.
Konkret sieht die Neugestaltung vor, dass Großbritannien zukünftig das Kommando über das Joint Force Command Norfolk übernimmt, während Italien die Leitung des Joint Force Command in Neapel von den USA übernimmt. Deutschland und Polen werden abwechselnd die Verantwortung für das Joint Force Command Brunssum tragen. Somit wird die Leitung aller drei Joint Force Commands in europäischer Hand liegen, während die Vereinigten Staaten die strategisch bedeutsamen Component Commands - einschließlich des Nato-Seestreitkräftekommandos in Northwood - verantworten.
Die prominentere Rolle Deutschlands innerhalb der Kommandostruktur ist auf die Berücksichtigung weiterer Generalsposten neben den höchsten Führungsebenen zurückzuführen. Der Umstrukturierungsprozess wird über mehrere Jahre hinweg erfolgen und sich an den bereits festgelegten Personalrotationen orientieren.

