Deutschland im Drohnen-Dilemma: Industrie mahnt effiziente Abwehr und Integration an
Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie zieht ein kritisches Resümee über die Verteidigungsfähigkeit des Landes gegen feindliche Drohnenangriffe. Es mangele sowohl an technologischen Abwehrlösungen als auch an einem klaren rechtlichen Rahmen, wie aus einem eindringlichen Appell des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) an die Regierung hervorgeht. Die Koordination zwischen den zuständigen Institutionen sei unzureichend und komplex, so der Verband.
Ein eklatantes Beispiel dafür sei die gescheiterte Aufklärung von unerlaubten Drohnenflügen über den Militärf Flughafen Manching. "Es widerspricht unserem Selbstverständnis, dass feindliche Drohnen die Systeme der Polizei übertreffen", bemerkt BDLI-Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn. Sie fordert eine intensivere behördliche Zusammenarbeit sowie staatliche Unterstützung in der Entwicklung von Abwehrtechnologien.
Ein weiterer Schwachpunkt ist laut BDLI der Rückstand Deutschlands bei kooperativen Kampfdrohnen (CCA), die in den USA bereits etabliert sind. Um schnell einsatzfähig zu werden, müsse Deutschland auch international einkaufen, während die heimische Industrie an der Entwicklung beteiligt bleiben wolle. Dies erfordere Nato-Standards und staatliche Förderung.
Zudem benötige die Bundeswehr dringend moderne taktische Systeme für die neue Brigade in Litauen, um deren Sicherheit zu gewährleisten. In Bezug auf die Integration ziviler Drohnen in den Luftraum sieht der Verband die Notwendigkeit für einheitliche EU-weite Genehmigungsverfahren und technologisch fortschrittliche Infrastrukturverbesserungen, um wirtschaftliche Potenziale optimal auszuschöpfen.

