Deutsche Unternehmen mit digitaler Modernisierung teilweise überfordert

Die Digitalisierung verändert Arbeitsabläufe und Prozesse in der Wirtschaft. Neue, erfolgreiche Geschäftsmodelle entstehen. Die Corona-Krise hat einen unvorhergesehenen Digitalisierungsschub ausgelöst. Trotz der enormen Potenziale nutzen deutsche Unternehmen die Vorteile, die ihnen die Digitalisierung bietet, nur unzureichend. Was Entscheidungsträgern in Firmen längst bekannt ist, belegt auch eine neue Studie der Unternehmensberatung Kerney.
Große Digitalisierungsdefizite in deutschen Unternehmen
Die Pandemie hat Digitalisierungsdefizite in deutschen Unternehmen schonungslos offengelegt. Wer die Umsetzung digitaler Strategien und damit verbundene Investitionsvorhaben aufgeschoben hatte, geriet innerhalb kurzer Zeit in Schwierigkeiten. Ein strukturiertes Vorgehen war angesichts der durch die Pandemie gebotenen Eile nur schwer möglich. Die Unternehmensberatung Kerney hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie belegt, dass weniger als 10 Prozent der Unternehmen in Deutschland, die Möglichkeiten der Digitalisierung ausschöpfen. Vielfach fehlt es bereits an einer auf die Unternehmensziele angepassten Digitalstrategie und einer eigenen Website.
Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass Unternehmen in der heutigen Zeit, einen aktuellen Anforderungen angepassten Internetauftritt besitzen. Noch nie war das Einrichten und Gestalten einer Homepage so einfach. Mit einem Homepage-Baukasten schaffen es selbst wenig technikaffine Menschen, innerhalb kurzer Zeit eine professionell wirkende Internetseite zu erstellen.
Digitalisierung konsequent umsetzen und den Geschäftserfolg steigern
Die Unternehmenswebsite ist ein wertvolles Instrument zur Kundenbindung und Kundengewinnung. Viele Interessenten suchen mit digitalen Endgeräten - allen voran Smartphone und Tablet - nach für sie interessanten Produkten und Dienstleistungen. Wer sich als Unternehmer die Chance entgehen lässt, sich im Internet vorteilhaft zu präsentieren, verschenkt Umsatzpotentiale. Die Website bietet die Möglichkeit, sich von den Wettbewerbern zu differenzieren und neue Absatzmärkte zu erschließen. Newsletter und die Einbindung von Social Media-Plattformen sorgen dafür, dass Kunden die eigene Marke im Gedächtnis bleibt. Durch Suchmaschinenoptimierung und die Nutzung von bezahltem Online-Marketing erhöhen sich die Sichtbarkeit und Reichweite im Internet.
Corona-bedingten Boom des Online-Handels nutzen
Die Studie der Unternehmensberatung Kerney basiert auf 50 Kurzinterviews, die im Sommer 2020 durchgeführt wurden. Es zeigt sich, dass die Corona-Pandemie die Lücke zwischen Digitalisierungsvorreitern und Nachzüglern erweitert hat. Firmen, denen vor der Pandemie der Mut zu Investitionen fehlte, geraten in Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Dabei lassen sich durch digitalen Vertrieb bzw. E-Commerce finanzielle Einbußen teilweise und sogar komplett ausgleichen. Wer als stationäres Geschäft beizeiten sein klassisches Geschäftsmodell durch einen Onlineshop erweitert hat, profitiert vom Corona-bedingten Boom des Online-Handels. Viele Kunden, die positive Erfahrungen mit Online-Shopping gemacht haben, wollen aktuellen Umfragen zufolge aufgrund des großen Komforts weiterhin im Internet einkaufen und den Online-Händlern die Treue halten.
Schockstarre überwinden und aktiv handeln
Hindernisse in der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle und einer aktiven Nutzung der Digitalisierungsvorteile liegen in Befürchtungen, Fehler zu begehen - beispielsweise hinsichtlich des Datenschutzes - sowie in den hohen Investitionskosten. Wichtig ist es, aufgrund der finanziellen Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie nicht in einer Schockstarre zu verharren und aktiv zu handeln. Jeder Schritt - wie das Erstellen einer eigenen Internetpräsenz - zählt. Neben der eigenen Website sind Online-Marktplätze eine hervorragende Möglichkeit, die eigenen Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten.
Digital-Kultur erfolgreich etablieren und Geschäftsmodelle anpassen
Zu den in der Studie genannten Problemen, mit denen sich rund 10 Prozent der deutschen Firmen mit enormen Digitalisierungsdefiziten konfrontiert sehen, zählen Sicherheitsbedenken, technische Hürden, Datenschutz und rechtliche Rahmenbedingungen sowie Funklöcher. Weitere 40 Prozent stellen - laut Kerney - die "Risikoscheuen Standard-Digitalisierer" dar, die ohne klare Strategie unterwegs sind und durch ausbleibende, größere Erfolge ihre Anstrengungen zur Etablierung einer digitalen Kultur aufgeben. Weitere 25 Prozent werden als "nicht-disruptive Digitalisierer" bezeichnet. Sie scheuen sich - aus Angst vor einer Kannibalisierung des Kerngeschäftes - vor radikalen Schritten. Wird die Chance verpasst, das eigene Geschäftsmodell in wirtschaftlich guten Zeiten anzupassen, laufen auch sie Gefahr irgendwann den Anschluss zu verlieren.
Fehlt es den Unternehmen an den nötigen Kompetenzen, eine eigene Digitalisierungsstrategie zu formulieren, gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die fachliche Unterstützung anbieten - von Industrie- und Handelskammern bis zu Unternehmensberatungen. In qualifizierten Fortbildungen wird sämtliches Wissen vermittelt, das Unternehmen benötigen, um eine Digital-Kultur zu etablieren und die Vorteile digitaler Modernisierung strukturiert zu nutzen.

