Deutsche Telekom vor Herausforderungen: US-Tochter als wichtiger Wachstumsfaktor
Die Deutsche Telekom hat trotz eines herausfordernden Marktumfelds erfolgreich vom Wachstum ihrer US-Tochter profitiert und ihren Gewinnausblick für das Jahr leicht angehoben. Dennoch konnte der starke Beitrag der T-Mobile US das durch einen schwachen Dollar getrübte Umsatzwachstum in Euro nicht vollständig kompensieren. Während sich das Mobilfunkgeschäft in Deutschland weiterhin positiv entwickelt, bleibt der Breitbandmarkt umkämpft und drückt auf die Erträge. Diese gemischten Nachrichten führten zu einem Kursrückgang der Telekom-Aktie um über vier Prozent auf 30,03 Euro, obwohl die Papiere von positiven Impulsen im Juli profitieren konnten.
Analysten von JPMorgan und der UBS schätzten den Bericht als solide ein, monierten jedoch den nachlassenden Zuwachs bei den Breitbandanschlüssen und das schwächelnde operative Ergebnis außerhalb der USA. Trotz eines Zuwachses von 137.000 neuen Glasfaseranschlüssen blieb die Gesamtzahl der Breitbandanschlüsse rückläufig, ein Umstand, den die Telekom mit einem wettbewerbsintensiven Markt und der Konzentration auf wertvollere Glasfaserverbindungen erklärt.
Der Gesamtumsatz der Telekom stieg im Jahresvergleich um ein Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, wobei Währungseinflüsse eine Rolle spielten. In Deutschland fiel der Umsatz um 1,3 Prozent, bedingt durch geringere Erlöse aus dem Verkauf von mobilen Endgeräten. Im Mobilfunk hingegen verzeichnete man ein solides Wachstum um 1,9 Prozent bei den Rechnungsbeträgen.
Das operative Ergebnis (Ebitda AL) der Telekom stieg leicht auf 11,0 Milliarden Euro, während der Gewinn, beeinflusst durch Sondereffekte, um gut 25 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zulegte. Für die kommenden Jahre hebt die Telekom ihre Erwartungen hinsichtlich operativem Ergebnis und freiem Mittelzufluss an. Allerdings beinhalten diese Prognosen Wechselkursannahmen, die Analysten inzwischen als zu optimistisch einschätzen.

