Deutsche Erdölversorgung bleibt stabil trotz Drohnenangriff auf Druschba-Pipeline
Ein jüngster Drohnenangriff auf die russische Druschba-Pipeline hat insbesondere Ungarn und die Slowakei getroffen und für Lieferausfälle gesorgt. Dennoch ist die Kraftstoffversorgung in Deutschland laut Einschätzung der Bundesregierung gesichert. Die deutsche Raffinerie PCK in Schwedt, Brandenburgs Öl-Drehkreuz, verfügt noch über Vorräte, die für mehrere Tage ausreichen sollten. Eine Sprecherin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie versicherte: "Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet." Während Ungarn und die Slowakei sich bei der EU beschwerten, wandte sich der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban an den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, um Unterstützung gegen die ukrainischen Angriffe zu erbitten.
Das ukrainische Militär hatte am Donnerstagabend die Pumpstation Unetscha im russischen Brjansk angegriffen und dabei einen Brand ausgelöst. Obwohl die Schäden unklar sind, sorgt der Angriff für politische Spannungen. Russische Stellen äußerten sich bisher nicht zu dem Vorfall. PCK Schwedt, das kein russisches Öl mehr bezieht, erzielt seine Lieferungen nun über Kasachstan. Der Betrieb bleibt laut dem Betreiber Rosneft Deutschland vorerst unbeeinträchtigt. Vorräte aus Adamowo, an der belarussisch-polnischen Grenze, sichern die Raffinerie über das Wochenende hinweg. Der kasachische Energieminister bestätigte, dass die Exporte ungestört weiterliefen.
Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto beschreibt die Unterbrechung der Ölversorgung nach Ungarn als eine Bedrohung der Energiesicherheit seines Landes und prognostiziert einen Ausfall von mindestens fünf Tagen. Auch auf die Pipeline Nord Stream wird verwiesen, die ebenfalls in der Vergangenheit Ziel von Angriffen war. Ein erneuter Angriff auf das Pipelinenetzwerk hat die Ölversorgung Ungarns unterbrochen, obwohl die Leitungen bereits am Dienstag behoben wurden. Die wiederholten Attacken der Ukraine verschärfen die Spannungen zwischen Ungarn und der Ukraine, denn Orban wird seitens der Ukraine vorgeworfen, Russland politisch nahestehend zu sein. In einem Brief an die EU-Kommission fordern Szijjarto und sein slowakischer Kollege Juraj Blanar Unterstützung und verweisen auf die Notwendigkeit, die kritische Infrastruktur zu schützen. Die Ukraine blockiert zudem seit 2024 den Pipeline-Abschnitt Richtung Slowakei und Ungarn, während diese Länder weiterhin russisches Öl über alternative Stränge der Druschba-Pipeline beziehen.

