Deutsche Chemie- und Pharmaindustrie auf Forschungsaufholjagd
Die deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen setzen auf steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung und erreichen dabei ein neues Rekordniveau. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) prognostiziert, dass die diesjährigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf beeindruckende 16,5 Milliarden Euro wachsen werden, was einem Anstieg von 400 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Thomas Wessel, Vorsitzender des Forschungs- und Bildungsausschusses im VCI, hebt hervor, dass die Branche trotz wirtschaftlicher Turbulenzen der vergangenen Jahre ihre Bemühungen in der Forschung unvermindert fortsetzt. Allerdings zeigt sich die Wachstumsrate der Forschungsausgaben im Vergleich zu anderen Sektoren verhaltener, was auf die fehlende Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zurückzuführen sei. Immer mehr Unternehmen verlagern daher ihre Forschungsaktivitäten ins Ausland.
Globale Konkurrenz auf dem Vormarsch
Die internationale Konkurrenz, insbesondere aus Asien, zeigt ihre Stärke und zieht an Deutschland in puncto Patentanmeldungen vorbei. Wessel beschreibt die Herausforderung, sich gegen Spitzenreiter wie die USA, Japan, China und Südkorea zu behaupten.
Um den heimischen Innovationsstandort zu stärken, fordert Wessel eine gezielte Förderung in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sowie mehr Stabilität und Sicherheit für wissenschaftliche Karrieren. Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie investiert traditionell erheblich in Forschung, wobei die Pharmaindustrie über 60 Prozent der dafür verwendeten Mittel bereitstelle. Etwa 46.000 Akteure der Branche sind in Forschungsbereichen tätig, was rund zehn Prozent der Gesamtbeschäftigung entspricht. Der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt darüber hinaus die akademische Forschung und die chemische Bildung an Schulen.

