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Deutsche Bahn: Verjüngungskur mit Tücken – Pro Bahn warnt vor Engpässen

09. Juni 2025, 07:42 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Die Deutsche Bahn modernisiert ihre Fernverkehrsflotte, um das Durchschnittsalter der Züge zu senken, sieht sich jedoch mit Engpässen konfrontiert, da neue Modelle verspätet eintreffen. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die chaotische Fahrzeugstrategie, die zu einem schrumpfenden Zugangebot führen könnte.

Die Deutsche Bahn ist dabei, ihrer Fernverkehrsflotte eine Frischzellenkur zu verpassen. Ziel ist es, das Durchschnittsalter der ICE- und IC-Züge bis 2030 von derzeit 18 auf 12 Jahre zu senken. Dies soll zur Stabilisierung des Schienenbetriebs beitragen. Allerdings sieht der Fahrgastverband Pro Bahn kritisch auf diesen Plan. Laut Bundesvorstand Lukas Iffländer birgt der Austausch alter Züge gegen neue das Risiko, dass auf bestimmten Strecken das Zugangebot schrumpft.

Die Modernisierung der Flotte ist dennoch im vollen Gange. Das letzte Exemplar der insgesamt 137 neuen ICE 4 wurde im März des letzten Jahres von Siemens Mobility ausgeliefert. Als Rückgrat der ICE-Flotte bieten diese Züge nicht nur mindestens 444 Sitzplätze, sondern punkten auch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 265 km/h. Parallel dazu laufen die Auslieferungen des ICE 3 Neo. Bis 2028 sollen 90 dieser Züge einsatzbereit sein, während für 2023 weitere 15 und 2024 zusätzlich 16 Züge erwartet werden. Sie zeichnen sich durch innovative Technologien wie frequenzdurchlässige Fenster aus, die den Handyempfang verbessern.

Doch im Bereich der Neubestellungen kämpfen die Verantwortlichen mit Problemen. Der ICE L, ein Zug des spanischen Herstellers Talgo, lässt auf sich warten. Obwohl 79 Züge geordert wurden, verschiebt sich die Auslieferung frühestens auf die zweite Jahreshälfte. Optisch erinnern die Modelle eher an Intercitys, was manch einen Fahrgast überraschen mag.

Da die Verjüngungskur nicht ohne holprige Phasen verläuft, kritisiert Lukas Iffländer die 'chaotische Fahrzeugstrategie' der Bahn. Insbesondere ältere Modelle werden ausgemustert, während die neuen Züge nicht rechtzeitig eintreffen, um die Lücken zu füllen. Speziell auf den Ost-West-Strecken, wie zwischen Wiesbaden und Dresden oder Hamburg und Wien, werden kürzere Züge erwartet, was zu Engpässen führen könnte.

Die Bahn hat kürzlich 17 Intercity-2-KISS-Doppelstockzüge an die Österreichische Bundesbahn verkauft. Diese Züge waren ursprünglich zur Überbrückung von Lieferproblemen anderer Fahrzeuge angeschafft worden, wie es hieß. Ob die geplanten Neuzugänge die wegfallenden Züge zügig kompensieren können, ist ungewiss. Erste Konsequenzen zeigen sich bereits: So entfällt der Frühzug ab Leipzig aufgrund eines Mangels an verfügbaren Fahrzeugen.

Iffländer bleibt skeptisch, ob die Sitzplatzkapazitäten tatsächlich bis 2029 steigen werden. Trotz der Bestrebungen, die Flotte der Deutschen Bahn zu verjüngen, erreicht der private Konkurrent Flixtrain bereits neue Höhen: Das Unternehmen hat 30 neue Schnellzüge geordert, mit einer Option auf 35 weitere. Bis wann diese Züge jedoch einsatzbereit sein sollen, bleibt noch offen.

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[Eulerpool News] · 09.06.2025 · 07:42 Uhr
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