Deutsche Autoindustrie unter Druck: US-Zölle und Handelskonflikte belasten
Die deutsche Autoindustrie sieht sich 2024 mit herausfordernden Zeiten konfrontiert. Im letzten Jahr verzeichnete die Branche zwar einen Anstieg bei den Exporten von neuen Pkw um 2,5 Prozent, aber der Wert der Ausfuhren sank leicht um 1,3 Prozent. Besonders stark wuchsen die Exporte von rein elektrisch betriebenen Autos um fast 12 Prozent, wodurch sie einen bedeutenden Anteil von einem Viertel der Gesamtausfuhren erreichten.
Ein bedeutender Absatzmarkt für die deutschen Hersteller sind die USA, die 13,1 Prozent der Exporte auf sich vereinen. Doch ausgerechnet von dort droht eine erhebliche Belastung: Donald Trump hat zusätzliche Zölle auf EU-Autoimporte von bis zu 25 Prozent in Aussicht gestellt, während der derzeitige Satz bei 2,5 Prozent liegt. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) betont, dass die Exporte insgesamt noch immer unter dem Niveau von 2019 liegen, das vor der Corona-Pandemie erreicht wurde.
Branchenvertreter wie Mercedes-Chef Ola Källenius sprechen sich indes für die vollständige Abschaffung von Zöllen auf Autos aus. Er plädierte offen für eine Senkung auf null, um den Handelsstreit zu entschärfen und die deutsche Automobilbranche zu entlasten. Sollte es jedoch zu den höheren Zöllen kommen, könnten die Gewinnmargen vor allem bei BMW deutlich sinken, wie deren Finanzchef Walter Mertl betont. Auch Zulieferer wie ZF, die kürzlich einen Milliardenverlust bekannt geben mussten, wären betroffen.
Ein weiterer Aspekt des eskalierenden Handelskonflikts ist die Einführung von 25 Prozent US-Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte durch Trump, woraufhin die EU mit Gegenzöllen auf amerikanische Produkte reagierte. Es steht zu befürchten, dass sich dieser Konflikt auch auf andere Waren wie alkoholische Getränke ausweiten könnte, womit die Spannungen zwischen den transatlantischen Partnern weiter zunehmen.

