Der Metal Gear Solid Film ist offiziell – Sony hat grünes Licht gegeben und die Regie steht fest
Solid Snake kommt auf die Leinwand. Nach Jahren des Wartens, gescheiterter Versuche und vager Andeutungen hat Sony Columbia nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht – und die Wahl der Regisseure dürfte in der Gaming-Community für hitzige Diskussionen sorgen. Wer Hideo Kojimas ikonisches Meisterwerk kennt, weiß: Die Messlatte liegt astronomisch hoch. Aber vielleicht sind die Männer hinter der Kamera genau das, was dieses Projekt braucht.
Warum die Regiewahl überrascht – und überzeugt
Zach Lipovsky und Adam B. Stein sind keine Unbekannten mehr. Nachdem sie mit Final Destination: Bloodlines einen nahezu totgeglaubten Horrorfranchise mit einem Budget von rund 47 Millionen Euro zurück in die Kinos gebracht und dabei über 290 Millionen Euro weltweit eingespielt haben, gelten sie in Hollywood plötzlich als einer der heißesten Filmemacher-Duos der Branche. Ihre Geschichte ist bemerkenswert: Die beiden lernten sich vor 17 Jahren als Konkurrenten in Steven Spielbergs Reality-Filmshow On the Lot kennen, begannen danach gemeinsam zu arbeiten und fanden mit dem Indie-Sci-Fi-Film Freaks ihren künstlerischen Kern. Nun hat Sony sie mit einem umfassenden Exklusivvertrag für alle Studiomarken unter Vertrag genommen – und das Aushängeschild dieses Deals ist ausgerechnet die Verfilmung von Metal Gear Solid. Das Duo selbst gibt sich enthusiastisch und bodenständig zugleich. Sie bezeichnen das Spiel als bahnbrechendes, filmisches Meisterwerk, das die Videospielwelt für immer verändert habe.
Was bisher bekannt ist – und was noch fehlt
Produziert wird der Film vom Vater-Sohn-Gespann Avi Arad und Ari Arad, die bereits Erfahrung mit Spieleverfilmungen vorweisen können. Sonys Columbia Pictures zeichnet als Studio verantwortlich. Details zur Handlung, zur Besetzung oder zu einer möglichen Zeitlinie gibt es bislang noch nicht. Offen bleibt damit die wohl dringlichste Frage der Fangemeinde: Dreht sich der Film um Solid Snake – oder bekommt Big Boss seinen großen Kinomoment? Wer die Spielereihe kennt, weiß, dass beide Figuren völlig unterschiedliche Tonalitäten mit sich bringen. Solid Snake steht für stoische Entschlossenheit und politische Komplexität, Big Boss für Tragik, Verrat und moralische Grauzone. Welchen Weg Sony einschlägt, wird maßgeblich darüber entscheiden, wie der Film beim Publikum ankommt. Und das ist kein Detail, sondern eine Grundsatzentscheidung.
Ein Moment für Spieleverfilmungen – und ein großes Versprechen
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Metal Gear Solid Delta: Snake Eater gehörte zu den meistdiskutierten Titeln des vergangenen Jahres und hat die Reihe einer neuen Generation zugänglich gemacht. Der Funken glimmt wieder – und Sony greift ihn auf. Das Studio hat in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen, dass es Spielverfilmungen mit echter Sorgfalt und kommerziellem Kalkül angehen kann, und Metal Gear Solid dürfte das anspruchsvollste Projekt in dieser Reihe werden. Die Vorlage ist komplex, vielschichtig und voller Meta-Referenzen, die im Kino kaum eins zu eins übersetzt werden können. Lipovsky und Stein stehen also vor einer echten Herausforderung – und genau das macht diesen Film so spannend zu verfolgen.


