Der Fluch des "Workslop": Wie KI den Büroalltag beeinflusst
Die Künstliche Intelligenz mag unsere E-Mails beschleunigen, doch eine aktuelle Studie offenbart, dass ein Großteil dieser automatisierten Inhalte als "Workslop" Belästigung und Verwirrung in den Büros verursacht. Die Untersuchung von der Stanford University und BetterUp Labs zeigt, dass dies ein alltägliches Phänomen in der Bürowelt wird.
Von 1.150 befragten US-Vollzeitbeschäftigten gaben 40% an, im letzten Monat solche KI-generierten Inhalte erhalten zu haben. Die Beseitigung solcher "Workslop"-Inhalte nimmt fast zwei Stunden in Anspruch und verursacht pro Mitarbeiter monatlich unsichtbare Kosten von etwa 186 Dollar.
Bei einer Belegschaft von 10.000 Mitarbeitern summiert sich dies auf mehr als 9 Millionen Dollar jährlich an verlorener Produktivität. Die Studienautoren betonen, dass zwar die Erstellung dieser Inhalte mühelos erscheint, sie jedoch eine erhebliche Belastung für die Organisation darstellt.
Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich durch den Empfang von "Workslop" genervt; einige fühlten sich sogar verwirrt oder beleidigt. Fast die Hälfte der Mitarbeiter sieht darin einen Anlass, ihre Kollegen für weniger fähig und weniger vertrauenswürdig zu halten.
Eine Finanzfachkraft beschrieb die daraus resultierenden Entscheidungsnotwendigkeiten: „Soll ich es umschreiben, den Kollegen um eine Überarbeitung bitten oder es einfach dabei belassen?“ Ein Technologiemanager erklärte, es habe Stunden gedauert, alle Beteiligten zusammenzubringen und die Informationen klar und prägnant zu wiederholen.
Trotz steigender Investitionen in generative KI-Technologien und einer Verdoppelung der KI-gestützten Prozesse am Arbeitsplatz, zeigt eine MIT-Studie, dass 95% der Unternehmen keinen messbaren Ertrag auf ihre KI-Ausgaben verzeichnen können. Somit wird deutlich, dass "Workslop" diese Diskrepanz erklären könnte.
Die Untersuchung zu "Workslop" zeigt, dass diese Inhalte primär zwischen Kollegen ausgetauscht werden, aber auch die Hierarchieebenen durchdringen. Etwa 18% der Befragten gaben an, "Workslop" an Vorgesetzte gesendet zu haben, während 16% solche Inhalte von ihren Chefs erhielten.
Die Forscher empfehlen Führungskräften, klare Richtlinien zu etablieren, um den wahllosen Einsatz von KI zu verhindern, und die "zweckgerichtete" Anwendung zu fördern. Andernfalls könnte die Ausbreitung von "Workslop" sowohl die Produktivität als auch das Vertrauen am Arbeitsplatz untergraben.

