Dax vor Zinsentscheid der EZB: Anleger in Habachtstellung
Die internationale Finanzwelt blickt gespannt auf die bevorstehenden Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und die US-Inflationsdaten. So müssen sich Investoren auf einen verhaltenen Start des Dax einstellen. Der X-Dax zeigte sich im Vorfeld mit einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent bei 23.931 Punkten. Im Gegensatz dazu präsentiert sich der EuroStoxx 50, der führende Index der Euroregion, stabil. Bereits am vorherigen Handelstag hatte der Dax unter der symbolträchtigen 24.000-Punkte-Grenze geschlossen. Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners, weist auf die sinkende Risikobereitschaft der Wall Street hin und spricht von gezielten Gewinnmitnahmen, um Erträge für das laufende Jahr zu sichern.
Am Nachmittag wird erwartet, dass die EZB ihre Leitzinsen unverändert lässt. Analysten gehen von stabilen zwei Prozent beim Einlagensatz aus. Auch die bevorstehenden US-Inflationszahlen für November dürften sich nur geringfügig verändert haben, was die Erwartungen hinsichtlich Zinssenkungen bestärkt. Jochen Stanzl von der Consorsbank gibt jedoch zu bedenken, dass eine deutliche Zinssenkung der US-Notenbank noch Monate entfernt seien, während innerhalb der Eurozone Spekulationen über Zinsanhebungen gedeihen. Vor diesem Hintergrund verzichten Anleger auf riskante Investitionen und bevorzugen Gold, Silber und festverzinsliche Anlagen.
Im Rüstungssektor plant Rheinmetall, seine zivilen Geschäfte abzustoßen, was im vorbörslichen Handel auf Tradegate zu einem Kursgewinn von 1,2 Prozent führte. Chipunternehmen wie Infineon und Aixtron profitierten von positiven Aussichten des US-Chipherstellers Micron, der auf eine wachsende Nachfrage durch KI-Infrastrukturen verweist. Rational konnte sich über einen Kursanstieg von über 4 Prozent freuen, begünstigt durch eine Kaufempfehlung der UBS.
Auch bei Thyssenkrupp Nucera sind positive Aussichten zu verzeichnen; hier votiert die Deutsche Bank nun mit "Buy", was zu einem Kursplus von fast 5 Prozent führte. Weniger erfreulich sind die Entwicklungen bei der Parfümerkette Douglas, deren Anteile um rund 6 Prozent fielen, bedingt durch enttäuschende Geschäftszahlen und Ausblicke.

