Dax vor neuem Rekordhoch: Spannende Börsenwoche erwartet
Der deutsche Leitindex Dax könnte nach einer jüngsten Erholung in der kommenden Börsenwoche erneut ein Allzeithoch erreichen. Die bestehende Rekordmarke von 24.639 Punkten aus dem Juli ist in greifbarer Nähe. Auch das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Wladimir Putin zur Ukraine-Frage lieferte zwar keine neuen Ergebnisse, brachte aber Erleichterung, da keine weiteren Sanktionen gegen Russland verkündet wurden.
Commerzbank-Analyst Martin Hartmann äußerte vor dem Gipfel, dass, obwohl keine entscheidenden Ergebnisse zu erwarten seien, dennoch gewisse Einblicke in die zukünftigen Verhandlungen möglich wären. Solche Erkenntnisse könnten kurzfristige Bewegungen an den Märkten verursachen, während nachhaltige Veränderungen erst bei festen Vereinbarungen zu erwarten sind. Hartmann fügte hinzu, dass die Märkte wegen der anhaltenden Unsicherheiten in der Zollpolitik mit gemischten Gefühlen in die Woche starten. Zwar wurden die US-Zölle auf chinesische Produkte vorerst ausgesetzt, doch Unklarheiten über künftige Handelsabgaben bleiben bestehen. Weiters sind Zölle von 39 Prozent auf Schweizer Produkte im Gespräch und es herrscht Unsicherheit über Zolltarife auf pharmazeutische Erzeugnisse.
Gleichzeitig lassen die bisher starken Auswirkungen von Quartalsberichten der Unternehmen in dieser Woche nach. Experten der Landesbank Baden-Württemberg berichten von einer gemischten Lage der Wirtschaftssaison. Obwohl viele Firmen die Erwartungen der Analysten schlagen konnten, ergibt die Gesamtschau von Umsätzen, Margen und Zukunftsausblicken ein komplexeres Bild.
Nun haben alle Dax-Konzerne ihre Geschäftszahlen veröffentlicht, es stehen allerdings noch einige Berichte aus der zweiten und dritten Reihe an. So wird am Dienstag das Diagnostikunternehmen Stratec berichten, und am Donnerstag legt CTS Eventim seine Halbjahreszahlen vor.
In dieser Woche rückt zudem die US-Geldpolitik erneut in den Fokus der Anleger. Die Verbraucherpreisdaten erhärten die Annahme, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins senken könnte. Ein Zinsschritt um bis zu einem halben Prozentpunkt ist möglich. Derweil lässt der überraschende Anstieg der US-Erzeugerpreise den Zinsoptimismus der Investoren wieder sinken.
Trotzdem gibt es politischen Druck auf die Fed. US-Finanzminister Scott Bessent forderte jüngst Zinssenkungen um 0,5 Prozentpunkte im September und einen weiteren Gesamtzyklus von mindestens 1,5 Prozentpunkten. Ob Notenbankchef Jerome Powell solche Schritte unterstützen könnte, wird auch Thema beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole sein, das am Freitag beginnt.
In Deutschland stehen am Donnerstag die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes für August sowie am Freitag detaillierte Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal an.

